Robert Sullivan: Die grossen LIFE-Photographen

Fotografien des 20. Jahrhunderts

Die Ereignisse in der Welt nicht in Worten, sondern in Bildern einzufangen, das war der Grundsatz der Zeitschrift LIFE, die von 1936 bis 1972 wöchentlich erschien. Viele berühmte Fotografien, die bis heute nichts von ihrer Wirkung verloren haben, wurden von LIFE-Fotografen geschossen. Das vorliegende Werk versammelt Fotografien der 90 zwischen 1936 und 1972 festangestellten Fotografen, wobei die Bilder auch aus neuerer Zeit stammen.

"Die Photo-Enzyklopädie des 20. Jahrhunderts" ist vielleicht ein etwas vollmundiger Untertitel, gibt es doch genügend hervorragende Fotografen, die nicht für LIFE gearbeitet haben, doch beim Blättern in diesem opulenten Bildband werden einem wirklich die Ereignisse und Berühmtheiten des vergangenen Jahrhunderts in Erinnerung gerufen: Von Hiroshima, Woodstock und Vietnam über Pablo Picasso, Mahatma Ghandi und Ted Williams bis Jane Fonda, Marilyn Monroe und Georgia O'Keeffe. Begrüssenswert ist, dass die Bilder nach Fotografen und nicht etwa chronologisch oder thematisch sortiert wurden. Es ist sehr interessant, die verschiedenen Motive und sich stark unterscheidenden Stile zu vergleichen. Der Platz, der dem jeweiligen Fotografen eingeräumt wurde, widerspiegelt seine Bedeutung. Andreas Feininger, Philippe Halsman und Margaret Bourke-White wurden beispielsweise stark gewichtet. Der jeweiligen Bildauswahl ist stets ein kurzer Text über den Fotografen vorangestellt, der über Spezialitäten, Eigenheiten und den Werdegang informiert. Die Bildlegenden sind leider oft sehr knapp gehalten, nur bei einzelnen Fotografien kriegt man etwas mehr Hintergrundinformationen.

Das Werk versammelt Bilder, die man nicht so schnell wieder vergisst. Es liegt in der Natur der Reportage-Fotografie, dass dramatische Momente der Menschheitsgeschichte gesucht und entsprechend festgehalten werden. So verwundert es nicht, dass Kriegsbilder relativ stark vertreten sind. Neben beklemmendem findet sich aber auch heiteres, wie Tierbilder, gesellschaftliche Momentaufnahmen oder intime Portraits von Persönlichkeiten. Eine Kultur- und Zeitreise in Bildern, die man unbedingt weiterempfehlen kann.

Die grossen LIFE-Photographen
Die grossen LIFE-Photographen
Die Photo-Enzyklopädie des 20. Jahrhunderts
608 Seiten, gebunden
Einführung von John Loengard, Ein Rückblick von Gordon Parks
EAN 978-3829601566

Ulrich Wüsts Fotografien

Die erste Monografie über Ulrich Wüst, verfasst von Gary van Zante, präsentiert 16 fotografische Serien von 1978 bis 2019. Sie gibt einen umfassenden Einblick in Wüsts Arbeit.

The Presence of Something Past

Eine Fotografie und seine Wirkung

Eine interessante Buchreihe des Schirmer/Mosel-Verlages widmet sich ikonischen Fotografien und ihren Interpretationen.

Blick von Williamsburg, Brooklyn, auf Manhattan, 11. September 2001

Leben wir in einer woken Gesellschaft?

Herrscht gegenwärtig der linke Wokismus? Susanne Schröter fürchtet einen neuen "Sog des Totalitarismus". Stimmt das – oder übertreibt die Autorin maßlos?

Der neue Kulturkampf

Streitfall Genderdeutsch

Das "aufgedrängte Gendern" ist für Ingo von Münch mehr als nur ein lästiges Phänomen der Zeit, sondern es spiegelt auch die politische Wirklichkeit wider, in der wir leben.

Gendersprache: Kampf oder Krampf?

Kritik der Identitätspolitik

Ein wichtiger Beitrag zu einer Debatte über Identitätspolitik, die in den westlichen Demokratien geführt werden sollte.

Die Wokeness-Illusion

Betrachtungen eines zornigen Germanisten

Das Buch verdient es, im "großen Salon bundesdeutscher Bürgerlichkeit" erörtert und erst recht von allen Interessierten diskutiert zu werden.

Der Osten: eine westdeutsche Erfindung