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Urszula Honek: Die weißen Nächte Das Dorf und der Tod

16. Juni 2025
von Eva Lacour

In einem entlegenen polnischen Dorf leben unglückliche Menschen, und einige von ihnen sind dem Leben nicht gewachsen. Viele finden den Tod, die einen verunglücken, andere begehen Suizid, manche sterben gewaltsam und manche auch natürlich.

Die weißen Nächte von Urszula Honek ist ein eigenwilliges Buch, das sich nicht leicht in eine Kategorie fügt. Es besteht aus einzelnen Geschichten, die zusammengenommen einen Roman bilden, da dieselben Personen immer wieder auftauchen und sich schließlich eine Gesamtgeschichte herauskristallisiert, wobei in jedem Kapitel die Erzählperspektive wechselt. Realität und Phantasie verschmelzen miteinander zu einer verwirrenden Einheit. Die Subjektivität der einzelnen Erzählungen bewirkt eine außerordentliche atmosphärische Dichte.

In poetischer Sprache zeichnet Honek das Bild eines Mikrokosmos, in dem das Leben hart, das Überleben schwer ist. Manche treibt die Traumatisierung ihrer Eltern in den Wahnsinn, andere verzweifeln an unerwiderter Liebe. Die meisten leben in bitterer ökonomischer Not. Trotzdem ist es ein Buch, das man nach der Lektüre nicht einfach beiseite legt, sondern am liebsten gleich ein zweites Mal liest, um seine komplizierte Struktur besser zu verstehen.

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Buchcover von Die weißen Nächte
Urszula Honek
Die weißen Nächte
Originalsprache: Polnisch
160 Seiten, gebunden
Suhrkamp 2025