Der Spanische Bürgerkrieg: Spiegelung der ideologischen Konfliktlinien Europas
1936 brach der Spanische Bürgerkrieg aus. Von Beginn an war dies kein nationaler Krieg, sondern er fand unter reger Beteiligung ausländischer Mächte - auf der republikanischen Seite die Sowjetunion, England und Frankreich - auf der Seite Francos Deutschland und Italien - statt. Frank Schauff hat in einem schmalen Band die wichtigsten Ereignisse des dreijährigen Krieges zusammengefasst.
Bevor Schauff auf den unmittelbaren Konflikt eingeht, schildert es auf gut 70 Seiten die Geschichte Spaniens seit Beginn des 20. Jahrhunderts: Die Schwächen der II. Republik und vor allem die sozialen Voraussetzungen des Bürgerkriegs, nämlich die ungleiche Verteilung von Land und die damit verbundene Armut, das Selbstverständnis des Militärs sowie der Stellenwert der Katholischen Kirche.
Rund ein Drittel des Gesamtumfangs widmet Schauff dem Vorkriegsspanien. Dass auf dem knapp bemessenen Raum einiges nur verkürzt dargestellt werden kann, versteht sich von selbst. So hätte sich mancher Leser eine ausführlichere Darstellung der Diktatur Primo des Riveras 1923-1931 gewünscht. Allerdings: Im "Jubiläumsjahr" des Spanischen Bürgerkriegs sind zahlreiche, umfangreichere Werke auf den Markt gekommen, die die spanische Geschichte im 20. Jahrhundert stärker berücksichtigen (Besonders sei auf das Werk von Anthony Beevor, "Der Spanische Bürgerkrieg", verwiesen). Frank Schauff, der ein exzellenter Kenner der sowjetischen Verstrickungen im Spanischen Bürgerkrieg ist, gelingt es auf engstem Raum, die nationalen Ereignisse darzulegen und dabei die internationale Lage und deren Einfluss auf den Konflikt nicht zu vernachlässigen. Im Gegenteil: Er zeigt auf hervorragende Weise die Wechselwirkungen auf.
Nachdem im Juli 1936 eine Militärrevolte unter Anführung des Generals Francisco Franco und mit tatkräftiger Unterstützung der Kolonialtruppen in Nordafrika den Konflikt auslöste, kam es nicht zu der von diesen Kräften erhofften schnellen Kontrolle der wichtigsten spanischen Städte (darunter Madrid, Valencia und Barcelona). Bis zum offiziellen Kriegsende am 1. April 1939, kurz nachdem die Franco-Trupppen in Madrid einzogen, kam es zu einem zähen Ringen zwischen der Republik Spanien und den Aufständischen. In diesen drei Jahren wurde die Republik vor allem durch Waffenlieferungen aus der Sowjetunion unterstützt. Die Truppen Francos erhielten u.a. Verstärkung durch die deutsche Legion Condor sowie durch den C.T.V., ein 70.000 Mann starkes italienisches Corps. Der Spanische Bürgerkrieg spiegelte die ideologischen Konfliktlinien Europas wieder und stellte die Kontinentalkonstellation Europas ernsthaft in Frage. Je nachdem wie der Krieg enden würde, hätte sich die europäische Karte nicht unwesentlich verändern können. Es ist an dieser Stelle nicht der Platz, auf die einzelnen Haltungen der demokratische Mächte Europas (Frankreich und Großbritannien) sowie die Absichten der Sowjetunion, Italiens und Deutschlands näher einzugehen.
Frank Schauff hat ein gut lesbares, informatives und neueste Forschungsergebnisse berücksichtigendes Werk über den Spanischen Bürgerkrieg vorgelegt. Wer den schnellen Einstieg in das Thema sucht, dem sei die Lektüre dieses Buches empfohlen.
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