Die teuerste Droge
"Blum so wie Blume. Nur ohne e." So stellt sich der titelgebende "Schneemann" seinen Klienten vor. Aber er ist kein Geheimagent im Dienste seiner Majestät ("Bond. James Bond."), sondern ein Kleinkrimineller, der durch einen Zufall an fünf Pfund Kokain gerät und von den Bahamas zu träumen beginnt.
Frieden, Glück, Magie
Aber bis er sich dorthin absetzen kann, muss er das Zeugs erst loswerden. Und das ist gar nicht so einfach. Siegfried Blum ist ein geborener Verlierer und er weiß das. Er versuchte sich zuerst mit dem Vertrieb von schwedischen Pornoheften über Wasser zu halten, aber selbst die wurden ihm gestohlen. Mit seinem Kokain schleppt er sich von Malta über München, Frankfurt, Amsterdam bis Ostende und versucht, endlich an das große Geld zu kommen, wobei er die Erwartungen immer mehr reduziert: erst 150'000, dann 100'000, dann wäre er sogar mit 50'000 zufrieden. Er schließt schließlich die Augen und überlässt sich "für einen Augenblick dieser Illusion von etwas, das es nie geben würde – Frieden, Glück, Magie...".
Außer Spesen, nichts gewesen
Auch in diesem - zweiten - Buch von Jörg Fauser beeindruckt vor allem die schnörkellose Sprache, die voller Witz bei gleichzeitiger Melancholie mit dem Leben der 99% abrechnet. Denn für Verlierer wie Blum gibt es nur die Träume vom Glück, aber kein wirkliches Glück. Fausers Sprache ist so leichtfüßig und elegant, dass man sich beim Lesen wie auf Wolken befindet und einen Hauch dieses Glücks, wonach sich der Protagonist verzehrt, förmlich spüren kann. Seine sprachlichen Bilder (Krähen nennt er etwa "Touristen der Finsternis") bestechen und tragen die Handlung voran, hinter jeder Ecke verbirgt sich ein weiteres Schmuckstück: "Der Mann hatte ein Gesicht wie ein zerlaufener Camembert".
Die Glücks-Droge Glück
Besonders gelungen sind auch seine Dialoge und die Beschreibungen seiner Charaktere. "Wichtig ist, wie immer im Leben, das Glück nur in kleinen Dosen zu sich zu nehmen, so verschmerzt man es leichter, wenn es einem entzogen wird. Denn das Glück, meine Herren, ist die teuerste Droge.", lässt Fauser seinen Protagonisten sagen. "Der Schneemann" wurde 1984 mit Marius Müller-Westernhagen verfilmt, aber es hatte sich schon ohne den Film sehr sehr gut verkauft, wie der Verleger im Interview im Anhang des Buches bestätigt. Also unbedingt zuerst das Buch lesen!
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