Schwarzer Humor, absurde Situationen und ein Hauch von Selbstreflexion
Drei Gangster sitzen im Auto und fahren auf ein Haus zu. Sie laden ihre Kanonen und suchen die Türnummer. Der Eigentümer des Hauses hat Türnummern nach den Lottozahlen angeordnet, die ihn reich machten. Als sie die Wohnung betreten, geht das Licht aus. Und wieder an. Warum nur?
Haus der Gangster
Tobias Aeschbacher hat eine geniale Graphic Novel verfasst, die aus der Dichte des Raumes, in der sie sich bewegt, alles herausholt. Eigentlich bewegen sich die Protagonisten nur von einem Raum des Hauses in einen anderen und man fühlt sich unweigerlich an "Reservoir Dogs" erinnert. Denn die Handlung spielt teilweise gleichzeitig und geht doch ineinander über, was Teil der Genialität dieser Graphic Novel ausmacht. Aber natürlich auch das Personal: das Gangsterpärchen auf 23, die Cannabiszüchter einen Stock darüber und der Vermieter weiter darunter. Alle in diesem Haus sind irgendwie bewaffnet, schießen sich bei Laune über den Haufen und gehen danach lakonisch zur Tagesordnung über. Als einer der ersten drei Gangster an den jungen Mann des Pärchens, der ein Che Guevara T-Shirt trägt, auf dessen politisches Programm hinweist, stößt er nur auf Unverständnis. Für den jungen Mann ist Che ein Rockstar wie jeder andere, dessen Konterfei es bei der Eröffnung eines Einkaufszentrums billig von der Stange gibt. Der Generationenkonflikt pflanzt sich noch fort, denn der perverse Onkel aus dem oberen Stock, ein Voyeur der ersten Stunde, weiß, dass Einsamkeit eine Krankheit ist: "Du erzählst dir so lange Geschichten selbst, bis du sie glaubst". Dann fällt wieder das Licht aus.
Katz-und-Maus-Spiele
Schnitt, und wir befinden uns im nächsten Stockwerk in einer anderen Wohnung. "Hoffentlich merkt niemand, was der Grund für die Stromausfälle ist", sagt der eine Kiffer zum anderen. Aber auch sie bekommen bald Besuch. Am Ende bleibt die einsame Katze alleine zurück. Sie leckt sich ihr Fell und wundert sich über die ganze Aufregung. Schließlich geschieht so ein Massaker doch alle Tage. In ihrem Katzen-Mäuse-Leben gehört der Tod zum täglichen Geschäft. Tobias Aeschbacher hat eine unglaublich witzige, verschachtelte Graphic Novel verfasst und illustriert, bei der sich die Bretter (des Hauses) biegen vor Lachen. Er hat an so viele Details gedacht, dass es insgesamt als äußerst stimmiges und kompaktes Bild rüberkommt, wie wir alle nach etwas suchen, das uns längst gefunden hat. In vorliegendem Fall geht es um eine Vase, die die Asche seiner Mutter enthält und so zur Urne umfunktioniert wurde. Als sie zerbricht, setzt sich der Staub frei, den wir loslassen sollten. Besser noch als ein Tarantino-Film verbindet die vorliegende Graphic Novel schwarzen Humor, absurde Situationen und einen Hauch von Selbstreflexion zu einem größeren Ganzen. Witzig, ausgeklügelt, tiefgründig und voller Elan für ein Leben vor dem Tod.
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