Der erste Bericht des grossen Entdeckers in der Originalversion
Kolumbus, der bis zum Ende überzeugt war, den westlichen Seeweg nach Asien erschlossen zu haben und auch neue Inseln vor der chinesischen Küste entdeckt zu haben, verfasste einen Brief für das Bordbuch der Santa Maria, der an den königlichen Schatzmeister Luis de Santángel adressiert war. Leonardo de Cosco übertrug ihn ins Lateinische und schmückte ihn nach dem Geschmack der damaligen humanistischen Dichtung mit epischen Zitaten aus. Diese Version wurde in Rom von Stephan Planck gedruckt und erschien Anfang Mai 1493 auf vier Blättern ohne Titel. Es erschien dann auch eine illustrierte Ausgabe, die Kolumbus’ Reise ebenso in den Kontext der Reconquista Granadas stellte und somit die ideologisch-historische Mission unterstrich. Aber erst die Aufklärung machte Kolumbus zum Hero der wissenschaftlichen Überzeugung und war dafür verantwortlich, dass der Volksmythos vom "Entdecker Amerikas" entstand, der beweisen wollte, dass die Erde rund ist.
Inder versus Carib
Die hier vorliegende zweisprachige Ausgabe ist besonders interessant zu lesen, da sie die lateinische und deutsche Version gegenüberstellt und so einen leichten Vergleich ermöglicht. Seinen "Indern" ist Kolumbus durchaus wohlwollend zugeneigt, er bezeichnet sie u. a. "von Natur aus ängstlich und furchtsam", "ehrlich und vertrauenswürdig", großzügig und liebevoll, monogam, nackt und waffenlos. Da sie aber teilweise "dumm wie Vieh" Gold für Glas gaben, schritt der "gerechte Kolumbus" ein, "um sie leichter für sich zu gewinnen und damit sie Christen würden". Andererseits erwähnt Columbus aber auch die anderen "Inder", die er "Carib" nennt, die von einer anderen Insel kommend wahre Kannibalen seien. Besonders interessant ist auch das Nachwort von Robert Wallisch zu lesen, der den Lebensweg des Kolumbus nachzeichnet und eindrucksvoll vermittelt, wie das Weltbild der damaligen Zeit das Entdeckte beeinflusste: Yucatan wurde als eine Insel neben Japan und Florida als eine Halbinsel Nordchinas angesehen. Da sich die Seefahrer jener Zeit ausgerechnet auf die Überlieferungen von Ptolemäus und Marco Polo beriefen, blieb ihnen gar kein anderer Interpretationsspielraum als der des "el mundo es poco": die Welt ist klein.
Entdecker der Karibik
Das einzigartige Dokument wird hier in einer lateinisch-deutschen Ausgabe, mit der spanischen Originalversion im Anhang, wieder zugänglich gemacht. Auf seinen vier Fahrten "entdeckte" Kolumbus u. a. Kuba und Hispaniola (Haitit und Dominikanische Republik), Guadeloupe, Monserat, Antigua und Nevis (kleine Antillen), Jamaika und Puerto Rico, Trinidad und Tobago, Honduras und Panama. Der "Durchbruch" nach Asien gelang ihm nicht.
Auf ein Glas mit Jaroslav Rudiš. Oder zwei. Oder auch drei.
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