Literatur

Zurück ins Leben

"Homecoming" ist nicht nur irgendein Titel des Aufbau Verlags, es ist ein Buch, das Verleger Lunkewitz höchstpersönlich den Händlern ans Herz legt, und glücklich ist, den Roman rechtzeitig in den USA eingekauft zu haben. Denn Dave Kings Debütroman wurde dort hoch gelobt, die Filmrechte sollen vergeben sein. Was erwartet den Leser?

Es ist ein witziger und nachdenklicher Roman, ein mit leichter Feder geschriebener Text, der jedoch nie oberflächlich ist. Er erzählt die Geschichte des Invaliden Howard Kapostash. Er bezieht eine kleine Rente, die er mit Gartenarbeit in einem Nonnenkloster und der Untervermietung von drei Zimmern in seinem Haus aufbessert. Howards Behinderung ist ungewöhnlich: Er hat, obwohl organisch unversehrt, seine Sprache verloren, ausgelöst durch eine detonierte Granate in Vietnam, wo er als junger Mann zum Krieg eingezogen war. Weil Howard nicht sprechen kann, halten Fremde ihn schnell für geistig behindert, ein weiterer Grund für ihn sehr zurückgezogen zu leben, Kontakte zu scheuen.

So zieht sich sein Leben dahin, bis Ryan, der neunjährige Sohn seiner großen Jugendliebe Sylvia, in sein Leben tritt. Sie bittet Howard während ihres notwendig gewordenen Klinikaufenthalts auf den Jungen aufzupassen. Letzterer ist von der Idee nicht gerade begeistert. Wie gewinnt man das Vertrauen eines Neunjährigen, wenn man nicht sprechen kann? Eine schwierige Aufgabe für Howard, der zudem den Umgang mit Kindern nicht gewöhnt ist. Und doch gelingt es ihm. Und nicht nur das, Howard liebt diesen Jungen sehr bald, kann sich gar nicht mehr vorstellen, wieder ohne ihn zu leben.

Wie Ryan nicht nur das Leben Howards verändert, sondern auch Howard selbst, davon erzählt dieses Buch auf eine anrührende Weise. Es hat viel mit Menschlichkeit zu tun, mit einer Menschlichkeit, die direkt aus dem Herzen kommt, spontan ist. Vielleicht deshalb wurde Howard in den USA auch gerne mit "Rain Man" verglichen.

Homecoming
Dave King

Homecoming


Aufbau 2006
471 Seiten, gebunden
EAN 978-3351030704
Aus dem Englischen von Edgar Rai

100 Jahre Familie Buendía

Der Jahrhundertroman über die Familie Buendía in einer Neuübersetzung, das Werk, das Gabriel García Márquez 1967 berühmt machte und als Klassiker der südamerikanischen Literatur gilt, gebunden in Hardcover und mit Schutzumschlag.

Lesen

Ein Mann mit zwei Seelen

Man wird nicht nur bestens unterhalten, sondern sieht Asien mit anderen Augen, nachdem man "Der Sympathisant" gelesen hat.

Lesen

Eine einschneidende Begegnung

Ljubić erzählt in seinem lesenswerten Roman die Familiengeschichte von Hanno Kelsterberg und damit auch die Geschichte des Umweltaktivisten Hartmut Gründler.

Lesen

Wer ist der Lottogewinner - und verträgt er so viel Glück?

Eine schöne Geschichte rund um Herrn Haiduks kleinen Kiosk und einen 13-Millionen-Lottoschein, der zum wahren Gewinner zurückfinden soll.

Lesen

Zwischen Wirklichkeit, Sehnsucht und Aufbegehren

Bernhard Schlink erzählt in seinem neuen Roman Olga Rinkes Leben vor dem Hintergrund zentraler Epochen der jüngeren deutschen Geschichte.

Lesen

Familiäre Zusammenhänge

Ein Roman über Menschen auf der Suche nach ihren Wurzeln, die lernen, in der eigenen Vergangenheit und der ihrer Vorfahren Kraft zu finden für die Gestaltung und die positive Bewältigung ihres eigenen Lebens.

Lesen
Hundert Jahre Einsamkeit
Die Fliegengöttin
Gedichte an die Nacht
Frauen, die Blumen kaufen
Die Zone
Hôtel du Nord
Der Voyeur
Acht Berge
Memento Mori
Endland
Mailand
In Venedig
by rezensionen.ch - 2001 bis 2018