Wirtschaft

Controlling-Know-how für die Praxis

Obwohl das Controlling in den letzten Jahren in Praxis und Wissenschaft eine stür­mische Aufwärtsentwicklung genommen hat, besteht bis heute eine Vielzahl von unterschiedlichen Interpretationen, was genau als Controlling bezeichnet wird und womit sich Controller bzw. Controllership befassen. Im einführenden Modul 1 wird deshalb zu Recht das diesem Buch zugrunde liegende Controlling-Verständnis erläutert. Controlling wird als ein dauernder Prozess, der aus einem stets wiederkeh­renden Zusammenspiel der Kernaktivitäten Planung und Feinsteuerung besteht, in­terpretiert. Inhaltlich gesehen soll Controlling nicht alle Tätigkeitsaspekte der Unter­nehmensfüh­rung umfassen. Zentrales Element ist vielmehr die finanzielle Führung, so dass vor allem die Bemühungen um finanzielle Stabilität und erfolgswirtschaftli­chen Wertezu­wachs einer Unternehmung im Mittelpunkt stehen. Als Adressaten dieses Buches werden vor allem diejenigen Führungskräfte (Abteilungs-, Bereichs- und Geschäfts­leitung) angesprochen, welche über keine betriebswirtschaftliche Aus­bildung verfü­gen. Des Weiteren gehören zur Zielgruppe alle Berufstätigen und Studie­renden, welche sich aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit bzw. ihres Studiums für Controlling-Themen interessieren.

Entsprechend dieser Controlling-Ausrichtung, befassen sich die weiteren vier Module folgerichtig mit dem Messinstrumentarium des Controllings und berücksichtigen ins­besondere die Systematik der Datenaufbereitung:

- Modul 2 widmet sich den konzeptionellen Grundlagen des finanziellen Rechnungs­wesens. Es wird aufgezeigt, wie sich die Finanzbuchhaltung aufbaut, welches die Kerninstrumente des finanziellen Rechnungswesens (Erfolgsrech­nung bzw. GuV, Bilanz, Cashflow und Mittelflussrechnung) sind und welche Ana­lysemöglichkeiten sich ergeben. Dabei geht es insbe­sondere um Kennzahlen und Top-down-Vorgaben für die Bereiche Finanzierung, Li­quidität, Rentabilität und Cashflow.
- Modul 3 zeigt auf, wie die Planung bzw. Verwendung finanzieller Ressourcen mit­hilfe der Investitionsrechnung und der Unternehmensbewertung durchgeführt werden kann. Der Fokus richtet sich dabei auf die gängigen Verfahren (Amortisa­tionsrechnung, Kapitalwertmethode, Methode des internen Ertragssatzes, Annui­tätsrechnung und Nutzwertanalyse) zur Beurteilung einzelner Investitionsobjekte und zur Abbildung der finanziellen Wirkungen der Investitionen während ihrer ge­samten Nutzungsdauer. Als zent­rales Kalkül zur Unternehmensbewertung gilt heute, zusätzlich zu den Sub­stanzwert- und Ertragswertberechnungen und zum Prinzip des Economic Value Ad­ded (= EVA), vor allem die Discounted-Cashflow-Methode (DCF-Methode). Nach einem Überblick über die Grundlagen der Unter­nehmensbewertung wird - in An­lehnung an den von der Unternehmensbera­tung Stern Stewart & Co entwickelten EVA-Ansatz - die typische Ermittlung des Unter­nehmenswertes auf der Basis betrieblicher Erfolgsgrößen demonstriert. Da­nach wird für den Fall, dass neben der zukünfti­gen Ertragskraft auch die zukünf­tige Li­quiditätssituation einer Unternehmung be­rücksichtigt werden sollen, die DCF-Methode, welche mit dem Free Cashflow operative Liquiditätseffekte abbil­det, ausführlich vorgestellt.
- Modul 4 zeigt die Zusammenhänge im betrieblichen Rechnungswesen auf. Im Mittelpunkt stehen die Planungs- und Abrechnungsinstrumente der klassischen Kosten- und Leistungsrechnung mit Praxisanwendungen der Kostenarten-, stel­len- und trägerrechnung sowie Managementerfolgsrechnungen als Deckungsbei­tragsrechnungen und Break-even-Analysen.
- Modul 5 zeigt das Arbeiten im Unternehmenscockpit, d. h. alle Orte, an denen zielgerichtet auf den Unternehmenskurs Einfluss genommen wird bzw. alle Platt­formen, auf denen die für die Unternehmensführung relevanten Daten präsentiert, analysiert und in Steuerungsinputs transformiert werden. Zusammenhänge zwi­schen den Controllinginstrumenten und den Managementinformationssystemen, einschließlich Planung, Reporting und Balanced Scorecard, werden erörtert.

Den Autoren - beide sind als Professoren insbesondere für Controlling an der Uni­versität St. Gallen bzw. an der Steinbeis Universität Berlin tätig - ist es gelungen, ein anspruchsvolles und für Controlling-Laien dennoch verständliches Lehrbuch zu ver­fassen. Mit dieser Neuausgabe ist das 1996 erstmals erschienene Standardwerk wieder auf den neuesten Stand gebracht. Zwischenzeitliche Veränderungen des Controllings, insbesondere zur Unternehmensbewertung und zu strategischen Inves­titionen wurden berücksichtigt. Das Buch besticht durch eine vorbildliche didaktische Strukturierung. Zahlreiche Beispiele, Berechnungen und Abbildungen vermitteln pra­xisnah die wesentlichen Zusammenhänge eines auf die Fi­nanzwirtschaft gerichteten führungsorientierten Controllings.

Fazit: der eingangs umrissenen Zielgruppe der "Nicht-Controller" kann dieses Stan­dardwerk zu Controlling bestens empfohlen werden.

Controlling für Manager
Johannes Rüegg-Stürm
Stefan Sander

Controlling für Manager


Was Nicht-Controller wissen müssen
Campus 2009
351 Seiten, gebunden
EAN 978-3593386270

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