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Controlling

Guter Einstieg in das Controlling

"Vor dem Hintergrund der zunehmenden Dynamik, Unsicherheit, Komplexität und neuerdings auch Ambiguität des Umfeldes, in dem Unternehmen agieren, der sogenannten VUCA-World, sind die Anforderungen an das Management deutlich gestiegen. Aufgabe des Managements ist eine zielorientierte Führung des Unternehmens und ein Ausgleich der Anforderungen unterschiedlicher Stakeholder. So haben gesellschaftliche Anforderungen, wie z. B. Nachhaltigkeit oder CO2-Neutralität, an Bedeutung gewonnen. Zur Erfüllung der Führungsaufgabe benötigt die Unternehmensführung die Unterstützung durch effektive und effiziente Controllingprozesse sowie engagierte und kompetente Controller."

Mit dieser Einschätzung im Vorwort zur neuen Auflage ihres Controlling-Lehrbuches begründet das Autorentrio, allesamt Professoren für BWL, insbesondere Controlling, an den Hochschulen Mainz, Bonn-Rhein-Sieg bzw. an der FOM in Siegen, den hohen Stellenwert eines modernen Controllings in den Unternehmen. Die Verfasser verfolgen mit ihrem Werk im Wesentlichen die Zielsetzungen, die wichtigsten Grundlagen des Controllings vorzustellen sowie ausgewählte Spezialgebiete und neueste Entwicklungen hierzu. Dabei berücksichtigen sie, dass sich die Controllinginstrumente in den letzten Jahren in Theorie und Praxis teilweise stürmisch weiterentwickelt haben. Neben den klassischen Planungs-, Steuerungs- und Kontrollaufgaben sowie der kennzahlengestützten Informationsversorgung beeinflussen die einschlägigen Trends, etwa Beyond Budgeting, Agiles Controlling, Predictive Analytics oder Objectives and Key-Results (OKR), das betriebswirtschaftliche Denken der Controller.

Das Buch gliedert sich in vier Teile. Teil A (Grundlagen des Controllings) befasst sich mit den begrifflichen Klärungen und Abgrenzungen sowie den Aufgabenbereichen des Controllings und dem Anforderungsprofil des Controllers. Abschließend werden mögliche organisatorische Eingliederungen des Controllings in das Unternehmen diskutiert.

Im Mittelpunkt des Teils B (Planungs-, Kontroll- und Informationsprozesse) stehen zuerst die operativen Planungs- und Kontrollprozesse. Dabei geht es neben der Budgetierung und Plankostenrechnung auch um entsprechende Nutzenpotenziale der Digitalisierung. Anschließend werden vor allem strategische Planungs- und Kontrollprozesse und die betreffenden Controllinginstrumente für die Umfeld-, Branchenstruktur- und Unternehmensanalysen sowie zur Strategieentwicklung behandelt, u.a. PEST-Analyse, Five-Forces-Konzept nach Porter, Erfahrungskurven- und Produktlebenszykluskonzepte, Wertkettenmodell, SWOT-, GAP- und Portfolio-Analysen. Mit einem Überblick über ausgewählte Kennzahlen und Kennzahlensystemen, die neben der Planung und Steuerung auch zur Kontrolle des Unternehmens herangezogen werden können, wird der Teil B abgerundet.

Teil C (Spezielle Konzepte des Controllings) widmet sich speziellen Methoden und Schwerpunkten des Controllings. Hierzu zählen zum einen unterschiedliche Ansatzpunkte und Instrumente des Kostenmanagements (u.a. Gemeinkosten-, Prozesskosten- und kostenorientiertes Produktmanagement) sowie der Bereich Mergers & Acquisitions, insbesondere der Prozess des Unternehmenskaufs und die alternativen Verfahren der Unternehmensbewertung. Zum anderen wird das wertorientierte Controlling vorgestellt. Ausgehend von den Grundzügen des Shareholder Value-Ansatzes als zentrales Konzept des strategischen Managements werden die dem strategischen Controlling zuzuordnenden Methoden zur Operationalisierung des Unternehmenswertes behandelt. Dabei werden auch rentabilitätsorientierte und residualorientierte Kennzahlen des wertorientierten Controllings, etwa der CFROI, RONA, ROCE und EVA, entwickelt. Danach wird das Performance Controlling mit Fokus auf die Strategieumsetzung und Leistungssicherung im Unternehmen herausgearbeitet. Der Schwerpunkt liegt auf neuen, leistungsorientierten Steuerungssystemen, wie z. B. Tableau de Bord, Performance Pyramid, Balanced Scorecard und – im Kontext mit dem agilen Controlling – die OKR-Methode. Abschließend werden Herausforderungen und Ansätze des Risikocontrollings beleuchtet.

Der Teil D (Funktionales Controlling) betrachtet das Controlling betrieblicher Funktionen am Beispiel von drei ausgewählten Arbeitsgebieten: das Personal-, Marketing- und Produktionscontrolling. Dabei wird z. B. der Grundgedanke des BCG-Portfolios zur Analyse der strategischen Position von Geschäftseinheiten auf den HR-Bereich oder auf Kunden angewendet, mit Hilfe der Saarbrücker Formel der Wert des Humankapitals berechnet oder mittels kundenbezogener Deckungsbeiträge die Kunden bewertet.

Die Themengebiete werden systematisch, gut verständlich, kompakt und dennoch in solch einer ausreichenden Tiefe behandelt, so dass es dem Leser möglich ist, die vorgestellten Instrumente nicht nur zu verstehen, sondern auch in der Praxis anzuwenden. Zum besseren Verständnis der Sachverhalte und der Umsetzung der vorgestellten Methoden und Kennzahlen dienen die durchgehende Fallstudie "EuroAir SE" sowie viele Beispiele aus unterschiedlichen Branchen. Des Weiteren werden umfangreiche Materialien, wie z. B. Aufgaben mit Lösungen und ein Foliensatz der Abbildungen, auf der Internetseite des Vahlen-Verlags zur Verfügung gestellt.

Alles in allem wird mit diesem integrierten Lehr- und Arbeitsbuch die Palette der vorhandenen Literatur für die an einem Einstieg in das Controlling interessierten Studierenden und Praktikern sinnvoll ergänzt.


von Bernd W. Müller-Hedrich - 08. Juni 2022

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