Wirtschaft

Das Regelwerk Basel III

Als Folge der Krise an den Finanzmärkten befassten sich die für Finanzmarktstabilität in erster Linie verantwortlichen Zentralbanken mit diversen Vorschriften, um den Weg zu einer weltweit einheitlichen und vor allem auf Marktsicherung abstellenden Bankenregulierung zu ebnen. Zu diesen Vorschriften gehört insbesondere das vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht, dem zuständigen Gremium der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, erarbeitete Vertragswerk Basel III, welches ab 2014 weltweit umgesetzt werden soll.

Das Buch umfasst drei Schwerpunkte. Zuerst werden die wesentlichen Kernelemente von Basel III in Form von drei Säulen thematisiert: Säule I: Regelungen zu Eigenkapital, Risikoerfassung und Verschuldungsbegrenzung mit Maßnahmen zur Stärkung der Qualität, Quantität und Flexibilität des Eigenkapitals, Minderung der Zyklizität und strengeren Kapitalanforderungen für einzelne Risikoaktiva. Säule II: Risikomanagement und Aufsicht mit detaillierten Vorgaben zur Ausgestaltung des Risikomanagements, insbesondere Regelungen zu Offbalance Angelegenheiten, Stresstesting, Vergütung, Bewertung und Risikobehandlung. Säule III: Marktdisziplin und Vorschriften mit detaillierten Vorgaben zu Offenlegungspflichten. Im Anschluss daran werden die Auswirkungen der neuen Regelungen auf die Kreditinstitute, insbesondere auf Kreditvergabemöglichkeiten, Notwendigkeit zur Veränderung interner Prozesse sowie Auswirkungen der Regelungen auf Stabilität und Kostenstrukturen aufgezeigt.

Ein weiteres Kapitel widmet sich den Auswirkungen der Anforderungen durch Basel III auf die Kreditvergabepraxis der Banken und damit auf die vorrangig bankfinanzierten kleineren und mittleren Unternehmen: Finanzierungsalternativen, erweiterte Informationsanforderungen im Rahmen von Ratingprozessen und die vom Rating und den gestellten Sicherheiten abhängigen Kreditkonditionen und Finanzierungskosten. Unmittelbar daran anknüpfend werden im dritten Schwerpunkt wichtige praxisbezogene Controlling-Aspekte und -instrumente ausführlich und anhand von Beispielen anschaulich dargestellt. Ein besonderes Anliegen der Autoren ist das Aufzeigen innerbetrieblicher Gestaltungspotentiale sowie die Anwendung geeigneter Instrumente, um die Bonität einer Unternehmung zu steigern. So wird u. a. die Balanced Scorecard mit Ursache-Wirkungsketten als ein geeignetes Instrument zur Steuerung von Rentabilität, Liquidität und EVA eingehend behandelt. Den Abschluss bildet ein Überblick über die wesentlichen alternativen Finanzierungsinstrumente unter Berücksichtigung deren Wirkungen auf die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens.

Wer immer sich einen Überblick über die im Regelwerk von Basel III enthaltenen Vorschriften verschaffen will - Geschäftsführer, Finanzmanager, Treasurer, Controller, aber auch Hochschulstudierende der Disziplinen Finanzierung und Controlling - findet im vorliegenden praxisbezogenen Grundlagenwerk wertvolle Informationen für einen erfolgreichen operativen Umgang mit der Bankenrichtlinie "Basel III". Den beiden Autoren, Jonathan Hofmann (wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Westsächsischen Hochschule Zwickau) und Sandra Schmolz (leitende Mitarbeiterin im Privatkundengeschäft eines Kreditinstituts) ist ein gelungener Mix aus theoretischer Fundiertheit und Umsetzung in der Praxis der Kreditinstitute und insbesondere der KMU gelungen. Für eine neue Auflage wünscht man sich allerdings eine lesefreundlichere Optimierung von etlichen der im Buch enthaltenen Abbildungen bzw. Tabellen.

Controlling und Basel III in der Unternehmenspraxis
Jonathan Hofmann
Sandra Schmolz

Controlling und Basel III in der Unternehmenspraxis


Strategien zur Bewältigung erhöhter Bonitätsanforderungen
Springer Gabler 2014
176 Seiten, broschiert
EAN 978-3658060558

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