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Alexander Hennig: Controlling - Schritt für Schritt Einfacher Einstieg ins Controlling ohne Tiefgang

04. Juli 2026
von Bernd W. Müller-Hedrich

Im Vorwort wird postuliert, dass fundierte Controlling-Kenntnisse für Studierende der Betriebswirtschaftslehre unverzichtbar sind: „Unabhängig davon, ob sie später im Management, im Finanzbereich, im Marketing oder in der Unternehmensführung tätig sind, müssen sie wirtschaftliche Zusammenhänge analysieren, Entscheidungen bewerten und deren Konsequenzen beurteilen können. Controlling vermittelt das methodische Rüstzeug, um Unternehmensziele mit operativen und strategischen Maßnahmen zu verknüpfen und wirtschaftliches Handeln kritisch zu reflektieren.“

Dementsprechend verfolgt das von Gerald Pilz (†) begründete und von Alexander Hennig (Professor und Leiter der Studienrichtung Digital Commerce Management an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim) seit der 5. Auflage fortgeführte Lehrbuch das Ziel, „Leserinnen und Leser dazu zu befähigen, Controlling nicht nur als Zahlenwerk, sondern als aktiven Beitrag zu fundierten unternehmerischen Entscheidungen zu begreifen, und damit als ganz wichtigen Teil der Unternehmensführung.“

Das Werk gliedert sich in zehn Arbeitsschritte:

  • Schritt 1: Einführung in das Controlling stellt zuerst die zunehmende Bedeutung des Controllings in den vergangenen Jahrzehnten in nahezu allen Bereichen heraus und gibt einen Überblick über die Ziele und Aufgaben des Controllings. Danach wird vor allem zwischen dem operativen und strategischen Controlling sowie zwischen Controlling und Kontrolle unterschieden. Dementsprechend wird Controlling der Unternehmensführung zugeordnet. Zudem werden mögliche Organisationsformen des Controllings thematisiert.
  • Schritt 2: Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) ist für das (operative) Controlling von herausragender Bedeutung. Deshalb stehen die traditionellen Säulen der KLR (Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung) im Mittelpunkt der Ausführungen bevor mit der Deckungsbeitragsrechnung und der Ermittlung der Preisuntergrenzen sowie mit der Break-even-Analyse typische Anwendungsbeispiele der Teilkostenrechnung betrachtet werden.
  • Schritt 3: Strategisches Kostenmanagement umfasst einige wichtige Konzeptionen, die dazu dienen, Kosteneinsparungspotenziale in den Unternehmen zu erkennen und zu nutzen. Für die langfristig ausgerichtete Gestaltung und Beeinflussung von Kostenstrukturen zur Sicherung von Wettbewerbsvorteilen und nachhaltiger Wirtschaftlichkeit wird zunehmend auf die Zielkosten-, Prozesskosten- und Lebenszykluskostenrechnung sowie auf die Wertanalyse zurückgegriffen und deshalb näher erörtert.
  • Schritt 4: Investitionsrechnung ermöglicht, den Nutzen und die Rentabilität von Investitionen zu ermitteln. Hierzu werden der Investitionsbegriff und die Investitionsarten sowie die klassischen (statischen und dynamischen) Investitionsrechnungsverfahren, einschließlich Kosten-Nutzen-Analyse, erklärt. Zudem wird mit der Nutzwertanalyse auf ein Verfahren zur Bewertung und Auswahl von Investitionsalternativen, das qualitative und quantitative Entscheidungskriterien systematisch berücksichtigt und in eine vergleichbare Gesamtbewertung überführt, zurückgegriffen.
  • Schritt 5: Strategisches Controlling widmet sich vor allem der Analyse von Umwelt, Markt und Wettbewerb sowie der Bewertung von Stärken und Schwächen des Unternehmens. Darüber hinaus unterstützt es die Entwicklung und Bewertung von Strategien und kontrolliert deren Umsetzung. Hierzu werden vor allem die PESTEL-, Branchenstruktur-, SWOT-, Lebenszyklus-, Szenario- und Portfolio-Analysen sowie die Ansoff-Matrix und die Balanced Scorecard näher vorgestellt.
  • Schritt 6: Operatives Controlling umfasst alle Controllingaktivitäten, welche auf die kurzfristige Planung, Steuerung und Kontrolle der Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens ausgerichtet sind. Es findet vor allem auf den einzelnen Unternehmensebenen statt und stellt sicher, dass das Tagesgeschäft effektiv und effizient durchgeführt wird. Dementsprechend werden die Grundzüge der operativen Planung und die Budgetierung sowie die Abweichungsanalyse und das Benchmarking behandelt.
  • Schritt 7: Aufgabenspezifisches Controlling bezeichnet die Ausgestaltung und Anwendung von Controllinginstrumenten in einzelnen Funktionsbereichen oder Aufgabenfeldern eines Unternehmens und ist fokussiert auf spezifische Planungs- und Steuerungsinstrumente sowie auf Kennzahlen. Im Einzelnen setzt sich der Verfasser mit dem Beschaffungs-, Produktions-, Logistik-, Personal-, Marketing-, Vertriebs-, F&E-, Service-, IT-, Projekt- und Nachhaltigkeitscontrolling auseinander.
  • Schritt 8: Reporting und Kennzahlen umfasst die systematische Aufbereitung, Analyse und Kommunikation von entscheidungsrelevanten Informationen für das Management. Folgerichtig geht es bei diesem Abschnitt um Kennzahlen und Kennzahlensysteme sowie um Managementinformationssysteme (MIS), Dashboards und Business Intelligence (BI) im Reporting.
  • Schritt 9: Risikomanagement und Früherkennungssysteme sind ein wichtiger Bestandteil des Controllings, da damit Fehlentwicklungen des Unternehmens rechtzeitig korrigiert werden können. Risikomanagement bezieht sich auf die Gesamtheit aller unternehmerischen Aktivitäten zur systematischen Identifikation, Analyse, Bewertung, Steuerung und Überwachung von Risiken. Hingegen sind Früherkennungssysteme Instrumente des strategischen und operativen Controllings zur frühzeitigen Klärung von Chancen und Risiken eines Unternehmens, zum Beispiel im Rahmen der kennzahlen-, indikator- und szenariobasierten Früherkennung.
  • Schritt 10: Präsentation von Ergebnissen erläutert abschließend praxisnahe Grundsätze zur adressatengerechten Präsentation von Controlling-Ergebnissen.

Ein Glossar vorwiegend rechnungswirtschaftlicher Grundbegriffe rundet das Lehrbuch ab. Die methodische Aufbereitung der vorgestellten Lehr- bzw. Lerninhalte ist gut gelungen. Lernhinweise und Prüfungstipps zu jedem einzelnen Kapitel erleichtern für Studienanfänger die Auseinandersetzung mit der insgesamt sehr gestrafft behandelten Controlling-Materie. Zu diesem Buch gibt es einen ergänzenden eLearning-Kurs mit 300 Fragen, der helfen soll, sich gezielt auf Prüfungssituationen vorzubereiten. Alles in allem ist damit das Buch zur Einführung in das Fachgebiet „Controlling“ gut geeignet.

Wer sich jedoch innerhalb des fortgeschrittenen betriebswirtschaftlichen Studiums, sei es im Rahmen eines Bachelor-, Diplom- oder Masterstudiengangs, intensiv und ausführlich mit den prozessualen, strukturellen und vor allem mit den instrumentellen Elementen des Controllings auseinandersetzen will bzw. muss und deshalb zu diesem Buch greift, wird vermutlich dennoch enttäuscht werden. Die Ausführungen beschränken sich weitgehend auf eine nur sehr allgemein gehaltene und ausschließlich deskriptive Darstellung ausgewählter Controlling-Themen, d. h. man vermisst durchwegs eine differenzierte und vor allem quantitative Bearbeitung insbesondere des operativen und strategischen Controlling-Instrumentariums. Geht man davon aus, dass die Klausuren im Studienmodul „Controlling“ an vielen Hochschulen schwerpunktmäßig die systematische Lösung von (eher anspruchsvollen) Fallstudien und einschlägigen Berechnungen verlangen, hätte man sich im Interesse der studentischen Adressaten zu den meisten Kapiteln dieses Buches zusätzlich noch einschlägige Übungsaufgaben, Praxisbeispiele und vor allem konkrete Berechnungen gewünscht, z. B. zur KLR und Investitionsrechnung aber auch zur Portfolio-Analyse, Budgetierung und zu Kennzahlensystemen.

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Buchcover von Controlling - Schritt für Schritt
Alexander Hennig
Controlling - Schritt für Schritt
Lehrbuch mit eLearning-Kurs
134 Seiten, broschiert
ISBN 978-3-82528855-6
UTB 2026