Sprache und Erotik
André Pfoertners zweiter Gedichtband trägt den Titel "Cogitative Erotik". Auch wenn der Titel etwas befremden mag, lässt sich doch erahnen, worum es in Pfoertners Gedichten gehen könnte: Einerseits um die Erotik als sinnlich-körperliches Erleben und andererseits um deren Überführung in ein Cogito, d.h. schlussendlich in Sprache. Die Spannung zwischen der Unmittelbarkeit von Erotik und der Mittelbarkeit von Sprache, die sich im Titel ankündigt und eine interessante Ausgangslage für einen Gedichtband gewesen wäre, entpuppt sich jedoch als Effekthascherei. Mit viel Getöse und schwerem Geschütz geht es auch gleich los. "Ferrosophie", eines der ersten Gedichte, ist eine Lobeshymne auf die stählerne Männlichkeit: "Eisen [...] Reckt gar gierig sich empor - / Senkrecht wird das Eisen groß - / Greift schon nach der Wolken Flor, / Bohrt sich in des Himmels Schoss, / Der sich durchbohren lässt gar stoisch. /Eisen - / das ist männlich und heroisch."
Manchmal geht es aber auch ganz heiter zu und her. Beispielsweise das Gedicht "Schönheit vom Lande" (im Untertitel: "Die erotische Ausstrahlung rustikaler Schönheit") ist an unfreiwilliger Komik schwer zu übertreffen: "Der Duft deines Körpers stieg gewaltig zu mir / Wie Champagner-Musik von Rossini. / Dein Parfüm mischte duftend sich in diese Kür: / Gabriela Sabatini." Da muss man erst drauf kommen!
Man wünschte sich, Pfoertner hätte da und dort etwas weniger dick aufgetragen und das eine oder andere sprachliche Klischee ausgelassen. Denn so, wie sich Lyrik in diesem Band präsentiert, ist sie nichts als eine bunte Verpackung, ohne Tiefgang und letztendlich nur darauf bedacht, zu gefallen.
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