83 Jahre und kein bisschen weise?
Mitnichten! Donald Duck hat immer wieder einen guten Rat für seine drei Neffen Tick, Trick und Track oder auch für seine Fans. Mit dabei: Gustav Gans, Onkel Dagobert u. a. Mit einem lesenswerten Essay des Disney-Historikers Jim Fanning.
Ente im Matrosenanzug
Carl Barks erfand 1942 Donald Duck für das Comicformat neu und machte ihn mit ausdrucksstarken Illustrationen und witzigen Dialogen zur beliebten Ikone der Populärkultur. Zuvor hatte er ja schon bei Mickey-Mouse-Filmen mitgespielt, aber sein eigenes Format reüssierte bald selbst zum Bestseller. Nicht zuletzt auch wegen seines Onkels Dagobert und seiner putzigen drei Neffen natürlich. Der vorliegende erste Band mit frühen Geschichten enthält sowohl die klassischen Abenteuer rund um die Welt in aufwändig restaurierter Form als auch mehrere Hundert sorgfältig restaurierte Reproduktionen und einen ausführlichen Essay des Disney-Historikers Jim Fanning. Die vorliegende XXL-Publikation ist eine würdige Hommage an den stets griesgrämigen und schlecht gelaunten „Onkel Donald“, der so ganz anders als der optimistische Mickey Mouse durch das Leben geht. In den Comics startete Donald sogar besser durch als sein Counterpart in den Filmen, denn der streitsüchtige Schnatterer im Matrosenanzug beflügelte die kindliche Fantasie durch seinen scharfen Witz noch viel mehr.
Donald findet einen Schatz
In dem Abenteuer „Donald Finds Pirate Gold“ geht es etwa um eine Schatzsuche. Ol’ Yellow Beak (ein gelber Papagei) wird von Black Pete (einem Hund) gesucht, und Donald und seine drei Neffen sollen ihn vor ihm verstecken. Zur Belohnung verspricht der Papagei ihnen einen Schatz. Und da Tick, Trick und Track (im englischen Original: Huey, Dewey and Louie) Geld für ein neues Fischernetz brauchen, willigt „Unca Donald“ – wie die drei ihn im Original nennen – in das Manöver ein. Sie heuern ein Schiff an, die White Lily (eilends wurde die Black Mariah übermalt), und die verkleidete Hundebande von Black Pete spielt ihre Mannschaft. Gemeinsam segeln sie zu der Schatzinsel, als der Schwindel aufliegt. Aber Donald Duck und seine Neffen sind ja vielleicht doch schlauer als die bösen Hunde?
Der vorliegende Deluxe-Band in XXL zeigt Zeichnungen aus dem Zeitraum von 1942 bis 1950, darunter einige der frühesten und bekanntesten Geschichten von Barks aus der Sammelreihe „Four Color“. „Lost in the Andes“, „Luck of the North“, „Donald Duck and the Mummy’s Ring“ sowie das bereits erwähnte „Donald Duck Finds Pirate Gold“ sind nur einige der bekanntesten Titel, die Barks in diesen Comic-Abenteuern im Comicscope mit viel Humor, Action und scharfsinniger Charakterisierung zum Besten gibt.
Carl Barks’ Donald-Duck-Geschichten, die auf ihre Weise nicht nur urkomisch, sondern auch sehr erfolgreich waren, halfen übrigens auch wesentlich dabei mit, das Disney-Studio während der kargen Jahre des Zweiten Weltkriegs über Wasser zu halten. Die detailreichen, realistisch gezeichneten Hintergründe, für die Carl Barks manchmal das National Geographic als Inspiration diente, sind einzigartig in ihrer Farbenpracht und Originalität. Sein völlig neuer Comic-Stil, der die Leser tiefer in Donalds Triumphe und Niederlagen eintauchen ließ, überraschte nicht nur jugendliche Fans.
Tick, Trick und Track, Dagobert Duck und der vom Glück verwöhnte Cousin Gustav Gans begeistern bis heute Jung und Alt, denn es waren anspruchsvolle, vielschichtige und oftmals sogar düstere Erzählungen, die sowohl durch psychologischen Scharfsinn als auch durch zeichnerische Brillanz das Genre neu erstrahlen ließen. Ein praller Rückblick auf die Anfänge des Comic-Abenteuers in einer einzigartigen Ausgabe, wie man es nur vom Taschen-Verlag kennt.
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