Hieronymus Bosch im Detail
Auch 500 Jahre nach seinem Ableben sind Künstler, Wissenschaftler, Musiker und Designer von seinen außergewöhnlichen Visionen gefesselt. Schon auf den ersten Seiten entfalten sich neue Bosch-Perspektiven, denn schon hier befinden sich die sogenannten Ausklappseiten, die das Format der Bilder um das Doppelte erweitern. Eine weitere Taschen-Publikation voller Superlative.
Qual, Folter, Tod
Wer kennt sie nicht, die fantastischen Szenarien des niederländischen Visionärs Hieronymus Bosch, die von Qual, Folter und Tod erzählen und grotesken Figuren Gestalt verleihen? Diese hier vorliegende umfassende Monografie, die auf der XXL-Ausgabe basiert, für die Taschen erst kürzlich restaurierte Werke neu fotografieren ließ, zeigt viele Bildwelten des Malers erstmals im Detail. Ganzseitige Abbildungen, Ausschnittvergrößerungen, eine Ausklappseite des Jüngsten Gerichts und Texte des Bosch-Experten Stefan Fischer machen auch diese Publikation des Taschen-Verlages wieder zu einem Kunstwerk der Extraklasse.
"Wimmelbilder" mit Tiefang
Nur 20 Gemälde und neun Zeichnungen konnte man Hieronymus Bosch (um 1450-1516) wirklich zweifelsfrei zuordnen. "Die Beliebtheit Boschs an fürstlichen und königlichen Höfen beginnt spätestens mit dem Garten der Lüste, mit dem sich der Künstler wohl endgültig das höfische Publikum als Auftraggeber eröffnete", schreibt Fischer. Das Werk "Das Jüngste Gericht", das heute in der Akademie der Bildenden Künste Wien hängt, beschreibt Fischer sehr detailliert und erklärt auch die Provenienz des berühmten Triptychons, das auch als Weltgerichtstriptychon oder Weltuntergangs-Triptychon in die Geschichte einging. Es entstand um 1506 auf Eichenholz, gemalt mit Öl und Tempera und besteht aus dem linken Flügel (Sturz der Engel, Sündenfall und Vertreibung), der Mitteltafel (Das Jüngste Gericht) und rechtem Flügel (Die Hölle). Format 167x60 (jeweils ein Flügel) und 163 x127,5 (Mitteltafel). Viele Dinge, die darin vorkommen (heute würde man wohl sagen in diesem Wimmelbild), verdienen eine genauere, detaillierte Betrachtung, wie sie Stefan Fischer auch dem Laien eröffnet. 2009 erschien auch seine Dissertation zum Thema "Hieronymus Bosch: Malerei als Vision, Lehrbild und Kunstwerk".
Weitere Features dieser Taschen-Ausgabe: Hochauflösende, ganzseitige Reproduktionen zur Feier der außergewöhnlichen kompositorischen Bandbreite des Werks; Zahlreiche Detailvergrößerungen zur Sichtbarmachung der faszinierenden und bizarren Elemente sowie unerwarteter technischer Details, von subtilen Pinselstrichen bis zur Maserung der Leinwand; "Das Jüngste Gericht" als ausklappbare Doppelseite; Ein Sonderkapitel über Boschs wohl berühmtestes Werk, das hypnotisierende, furchterregende Triptychon "Der Garten der Lüste".
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