Die Gegenwart einer Dystopie
Die L.A.-Feuer dieses Jahres haben es uns wieder einmal vor Augen geführt: Wir stehen nicht vor einer Klimakatastrophe, sondern mitten drin. T. C. Boyle hat vorliegenden Romans schon 2023 verfasst und ein Szenario vorweggenommen, das immer näher rückt: Armageddon. Die Gegenwart einer Dystopie.
It's a family affair
Der biblische Endkampf zwischen Gut und Böse ist allerdings noch nicht entschieden. Es stellt sich natürlich auch die Frage, wer gut und wer böse ist? Die Königspython Willie, die das Sierra, das Baby von Cat(hrine) Rivers beißt, oder Cat selbst. Die Influencerin, Mitte 20, die sich in einem kleinen Shop in Florida eine Schlange als Foto-Accessoire zulegt, ist natürlich nicht wirklich böse. Eher etwas naiv und achtlos, denn sie bugsiert sich selbst in den Schlamassel, aus dem sie nur schwer wieder herauskommt. Ihr Freund Todd hat ein Strandhaus auf einer Halbinsel und arbeitet für eine Rum-Firma. Er ist immer wieder auf Achse, das gehört zu seinem Job, und Cat bleibt alleine. Der Alkohol, den sie fast jeden Tag trinkt, hilft ihr nur schwer über diese Tatsache hinweg und so besorgt sie sich eben ein Haustier. Eine Königspython. Willie. Eine Parallelhandlung in Kalifornien zeigt das Leben ihres Bruders Coopers und ihrer Eltern Ottilie und Frank. Mit seiner Freundin Mari experimentieren sie mit Insekten, sind also Entomophage. Denn die Umwelt verlangt es, dass man sich von weniger Fleisch ernährt. Als Naturwissenschaftler kennt sich Cooper gut damit aus, bis ihn bei einer kleinen Expedition, eine Zecke in den rechten Arm beißt. Unter normalen Umständen wäre das vielleicht kein so großes Problem, aber in der Zukunft der Welt, in der sie leben, entzündet sich sein Arm so sehr, dass er amputiert werden muss, um sein Leben zu retten. Aber es gibt ohnehin genug akrotomophile Frauen für ihn ...
Die Zukunft der Welt, die Boyle in "Blue Sies" beschreibt, ist von unserer nicht mehr weit entfernt. Die Hitze ist dermaßen unerträglich geworden, dass nicht nur überall Waldbrände entstehen (Kalifornien), sondern an anderen Orte auch Überschwemmungen (Florida). Andere dystopische Charakteristika von Boyles Zukunft sind das plötzliche Aussterben von Insekten (allerdings nicht von Moskitos und Arachnoiden), die grassierende Dürre, Temperaturen über 40 Grad, Hitzeschläge, Rationierungen, Wassermangel, unbezahlbare Energiekostenrechnungen. Wem das alles bekannt vorkommt, der hat bereits begriffen, dass wir uns mitten in der von Boyle skizzierten Dystopie befinden. Blue Skies zeigt eine Welt, in der es nur mehr den familiären Zusammenhalt gibt, und auch dieser wird durch die Ereignisse ständig neuen Herausforderungen ausgesetzt. "Das Anthropozän lag in den letzten Zügen, und die Welt war wie etwas in einem Ofen, den man vergessen hatte auszuschalten." Boyle verwendet immer wieder ein paar Fremdwörter aus der Naturwissenschaft. Vielleicht ist das ja das Vokabular unserer gemeinsamen Zukunft. "Mithridatisation" bedeutet die zunehmende Resistenz gegen ein Gift durch steigernde Einnahme einer winzigen Dosis des Gifts. Ob er damit auch Cats Alkohol meint, sei dahingestellt, aber es scheint, als wäre es das einzige, was ihr Überleben garantieren könnte.
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