Island
Gleich zwei Publikationen aus dem Dumont-Verlag widmen sich der Insel Island: Das handliche, etwa 430 Seiten starke Reise-Handbuch und der Bildatlas, der in etwa DIN A4-Format hat und so eher der Lektüre vor der Reise, zur Einstimmung dient. Dazu taugt der Atlas auch gut: Die meist sehr schönen Fotos zeigen die einzigartige Landschaft Islands, auf die man sich zuhause in der warmen Stube oder während des hiesigen vergleichsweise heißen Sommers freuen kann, bevor es auf die kalte Insel geht.
Das Reisehandbuch bietet einen guten Überblick über die natürlichen Sehenswürdigkeiten und liefert dabei meist eine stimmige Erklärung der Landschaftsformen und Phänomene: Geysire, vulkanische Tafelberge, Wasserfälle, Gletscher und mehr gibt es auf Island zu sehen, für die es in vielen Fällen eine naturwissenschaftliche und eine mythische Version der Entstehung gibt. Die Autorin Sabine Barth schafft es dabei kurzweilig und anschaulich zu schreiben. Leider kommt dabei auch oft ein verklärend-idyllisierender Schreibstil zustande. Beispielsweise wenn sie von "dem Touristen" schreibt, oder die "Beharrlichkeit der Politik" dafür lobt, im Osten eine große Aluminiumschmelze gegen örtliche Proteste durchgesetzt zu haben. Auch erweckt sie den Anschein, als wären die Wüsten auf Island nur den Vulkanausbrüchen geschuldet, mit denen sich die Isländer nicht abfinden wollten, indem der Natur mit Aufforstungsprogrammen Pflanzen und Bäume abgetrotzt werden. Doch die Verwüstungen und dass es so wenig Wald und teilweise völlig zerstörte Vegetation bis auf den nackten Steinboden gibt, ist vor allem der menschlichen Übernutzung durch Beweidung und Abholzung geschuldet. Bis auf diese Verklärungen, in denen auch mal augenzwinkernd von Zauber die Rede ist, bietet das Reisehandbuch eine gute Hilfestellung zur Entdeckung der Insel: Es ist durchgehend farbig mit schönen Photos und übersichtlichen Karten sowie mit einer großen Reisekarte der gesamten Insel ausgestattet. Der Politikteil fällt mit viereinhalb Seiten leider etwas dünn aus. Noch mehr und vor allem größere Photos sind im Bildatlas, der auch mit Kartenmaterial und kurzen Artikeln aufwartet, zu finden. Mit der Herausgabe 2012 bieten beide Publikationen aktuelle und zuverlässige Informationen.
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