Analoge Altneue Architektur

Umfangreiche Projektschau der Analogen und Altneuen Architektur

«Ein Lehrer und seine "düsteren Gefährten", ein ungewohntes Entwurfsverfahren und eine neue Darstellungstechnik sowie ein bisher ungekannter Realismus: das sind die Zutaten einer Provokation im architektonischen Diskurs der 80er-Jahre, aus der unter dem eingängigen Kampfbegriff "Analoge Architektur" an der ETH in Zürich eine folgenreiche architektonische Bewegung entstand. »
(Vorbemerkung von Lukas Imhof, Analoge Altneue Architektur)

Mit der schwarzen Kassette "Analoge Architektur", 1987 durch den Verlag Boga publiziert, machte sich Miroslav Šik schlagartig einen Namen als Architekturlehrer weit über die Grenzen der Schweiz hinaus. Nach über fünfunddreissig Jahren engagiertem Architekturunterricht mit Stationen an der CVUT Prag, der EPFL Lausanne und der ETH Zürich wird das Kapitel der stimmungsgeladenen Architektur mit der vorliegenden Publikation "Analoge Altneue Architektur", 2018 im Quart-Verlag erschienen, vorläufig geschlossen.

Die beiden Herausgeber und ehemaligen Studenten Eva Willenegger und Lukas Imhof versuchen, die Reise Miroslav Šiks vom Assistenten Fabio Reinharts zur Professur an der ETH Zürich möglichst objektiv und reflektiert zu dokumentieren. Dabei bildet vor allem die umfangreiche Dokumentation der Studentenarbeiten aus der Zeit der Analogen und Altneuen Architektur das Herzstück der bildstarken Publikation. Neben der architekturgeschichtlichen Aufarbeitung Lukas Imhofs wird das Buch durch Textbeiträge Alberto Dell’ Antonios, Andreas Hagmanns und Christoph Mathys’ angereichert. Neben den Texten entführen diverse, teils nostalgisch anmutende Interviews mit ehemaligen Studenten den Leser in die poetische und berüchtigte Welt Miroslav Šiks. Seine Lehrtätigkeit an der ETH Zürich öffnete angehenden Architekten einen Kosmos, der mit dem Bild als zentrales Werkzeug eine weitaus grössere Spannweite der Architektur als die Arbeit am Grundriss und mit Konzepten aufzeigte.

Neben dem methodischen und engagierten Unterricht des Lehrstuhls werden wohl die stimmungsgeladenen Jaxon-Kreide-Perspektiven der Anfangszeit in der kollektiven Erinnerung der Architekturgeschichte verbleiben. So mag die bildliche Dokumentation vom Entstehungsprozess einer dieser berüchtigten Jaxon-Perspektive als Abschlussstein in dem hier besprochenen Werk auf den ersten Blick auf die jüngeren Leser etwas nostalgisch wirken, doch die poetischen, übergrossen Bilder haben Generationen von Architekturschaffenden beeinflusst. Heute ist ein zeitgenössisches Wettbewerbswesen ohne stimmungsgeladene Bildsprache kaum mehr vorstellbar. So rundet die Dokumentation vom handwerklichen Prozess die umfangreiche Publikation und einflussreiche Lehrtätigkeit an der ETH Zürich mit einem tiefen Blick in das poetische, teils düstere Innere der Analogen Architektur ab.

Das Buch "Analoge Altneue Architektur" nimmt den Leser mit auf eine stimmungsreiche Reise in eine Architekturwelt, die durch Materialität, Licht, Kontext und Alltag entsteht und beim Betrachten Erinnerungen und Bezüge hervorruft. Für die Auseinandersetzung mit der Entstehungsgeschichte der zeitgenössischen, zürcherischen Wettbewerbsszene in der Architektur und den prägendsten Figuren im schweizerischen Architekturunterricht der letzten Jahre ist die Publikation eine unumgängliche Lektüre. Und für alle "Seelenmaler" unter den Lesern lädt das Buch zum Verweilen und Träumen in einer alltäglichen, aber doch durch Poesie verfremdeten Welt ein.

Analoge Altneue Architektur
Analoge Altneue Architektur
472 Seiten, gebunden
Quart 2018
EAN 978-3037611531

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