Schönheit = Gefahr
Ein Bibelzitat als Einstand (Matthäus 7,6, Lutherbibel 2017), so kennt man den hardboiled Krimi Autor noch nicht. Dennoch geht es auch in diesem Lehane aus dem Jahre 1997 um die klassischen Themen der Kriminalliteratur: Entführung, Mord, Verschwörung und schöne Frauen. Aber wer Dennis Lehane kennt, weiß, dass es immer wieder zu überraschenden Handlungsverläufen kommt und das Ende bis zur letzten Seite nicht feststeht.
Trauer & Trost Inc.
Mit seinen Anleihen bei der Populärkultur (Enterprise, Bond, Marx Brothers) und einer ganz eigenen Art von Humor schafft es Dennis Lehane auch in "Alles, was heilig ist" den Spannungsbogen bis zum Schluss dieses 432 Seiten starken Romans hochzuhalten. Trevor Stone, einer der reichsten Männer der Welt, entführt das Detektivpaar Kenzie & Gennaro kurzerhand, da sie sonst ohnehin keine Zeit für ihn hätten. Er will ihnen eine Lektion über "Verlust" beibringen, denn seine einzige Tochter ist verschwunden. Um etwas Mitleid zu heischen, erzählt er von seiner Krebserkrankung, aber bald finden Kenzie & Gennaro heraus, dass ein reicher Mann noch lange kein ehrlicher Mann ist und Stone mit gezinkten Karten spielt. Seine Tochter Desiree wiederum ist ihrem Vater nicht unähnlich. Doch zuerst führt die Spur zu Trauer & Trost Incorporated, einer Sekte, die Kapital aus den Schwächen anderer Menschen schlägt.
Millenium Malaise
Aber auch Kenzie hat einiges zu schlucken. Sein ehemaliger Lehrer, der Privatdetektiv Jay Becker ist ebenfalls verschwunden. Einst gewann er den Big Dick Award der Boston Investigators Association, doch auch er verfällt dem Charme von Desiree Stone und schaufelt sich damit sein eigenes Grab: Stichwort "Angriffsziel Moskau". Niemand kann sich eben vor Jay Becker verstecken. Einblicke in die Detektivarbeit, eine Menge Lokalkolorit (Hancock Tower, Boston) sowie ein unvergleichlich nihilistischer Sarkasmus, der solche Begriffe wie Millenium Malaise hervorbringt, zeichnen auch diesen Dennis-Lehane-Thriller aus, der bisher zwar noch nicht verfilmt wurde (wie etwa Shutter Island, Mystic River oder In the Night), aber grundsätzlich natürlich dasselbe Potential hat: Sprengstoff für den Alltag.
Revolution als Actionfilm
Ein actionreiches Revolutionsepos im Milieu der Linksradikalen heimst sechs Oscars bei den diesjährigen Prämierungen ein.
One Battle After AnotherEin fulminanter Aufschlag für die Meinungsfreiheit
Fundiert und zielgenau, scharfsinnig und dabei im besten Sinne aufklärerisch unterzieht die Politikjournalistin Julia Ruhs bestimmende Trends in der Medienlandschaft einer gründlichen Analyse.
Links-grüne MeinungsmachtEine intellektuelle Ruine, von einem Luderleben zerstört
Thomas Mann betrachtete den Zauberberg als sein Hauptwerk. Den Nobelpreis brachte es ihm nicht ein, nur den Groll eines Nobelpreisträgers.
Der ZauberbergDie Entzauberung des Postkolonialismus
Brodkorb erklärt die einförmige Vorstellung der grundsätzlich rassistischen, räuberischen Weißen zu einem Mythos der Postmoderne und wirbt für eine differenzierte Kolonialgeschichtsschreibung.
Postkoloniale MythenDas Meer – eine Liebe fürs Leben
Auszüge aus Romanen und Erzählungen, manchmal schlichte Impressionen, die Thomas Mann mit dem Meer verknüpft.
Mit Thomas Mann am MeerEin gutes Werk für jeden Tag
Der Literaturkritiker Rainer Moritz stellt lauter empfehlenswerte Bücher vor.
Das Jahr in Büchern