50 Jahre Albert Watson
Weihnachten 1973 schoss Albert Watson auf Alfred Hitchcock. Natürlich nur mit seiner Kamera für das Magazin Harper’s Bazaar. Hitchcock hielt eine gerupfte (Weihnachts-)Gans in den Händen und machte sein typisches Gesicht. Das Foto machte den aus Edinburgh stammenden Fotografen, der den OBE (Order of the British Empire) trägt, über Nacht berühmt. KAOS zeigt sein umfangreiches Werk in einer Taschen-Luxusausgabe.
Werkschau des vielseitigen photographer’s photographer
Die XL-Ausgabe beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Werkphasen des seit seiner Geburt einäugigen Fotografen: Fas:lhion, Portraiture, Nudes und Dance, Still Life und Landschaft, Photoessays und Werbekampagnen … you name it, Watson did it! Der „master of his medium“ – wie Philippe Garner ihn in der Einleitung zu vorliegendem TASCHEN-Prachtband nennt – verbindet Kreativität mit Handwerkskunst, denn er beherrscht sein Talent auch technisch. Deswegen werde er auch gerne als „photographer’s photographer“ bezeichnet, um zu verdeutlichen, dass Watson vor allem von Kennern ihres und seines Fachs geschätzt wird. Wie Watson selbst sagt, gehören zu seinen größten Fans vor allem Fotografen. Sie allein wissen, wie schwer es ist, das zu tun, was er tut. Das zeigen u. a. die Fotografien von Omahyra mit Dornenkrone, die 19-jährige Kate Moss nackt als „little bit an animal“ im Morgenlicht von Marrakesch, Dennis Rodman in Gold, ein Porträt der Torpedo Twins Jagger und Richards auf einer riesigen (Doppel-XL) Doppelseite, Lenny Kravitz als Predator, eine Pamela Anderson mit hochgerecktem Po, die geheimnisvolle Marilinda in Schwarz vor schwarzem Hintergrund (Technik!), ein Arcimboldo-Setting mit Pflanzen etc., Waris als Teufelchen mit goldenen Hörnern vor rotem Hintergrund, Lauryn Hill im Vintage-Style der 30er, Kristen McMenamy beim Rauchen, am Bauch liegend, u. v. a. m.
Hitchcock mit Weihnachtsgans: Frohe Weihnachten!
1964 bekam der 22-jährige Watson seine erste Kamera, 1970 der Umzug nach L. A., 1976 von L. A. nach NYC. Seine Kunst vergleicht er mit dem Erlernen des Autofahrens: Die Technik wird immer besser, je öfter man fährt. Vielleicht wird sein Shot von Topmodel Rachel Williams mit eingeöltem Körper auch deswegen als „the most naked of nude“ bezeichnet, wie Philippe Garner erzählt. Aber noch einen anderen Vergleich zieht er für seinen Beruf heran: Er brauche keinen Urlaub, denn Fotografieren sei für ihn „like going to the gym every day“. Er denkt cineastisch, und sein Werk kann durchaus als monumental bezeichnet werden, wie Fotografien aus Marokko, Ägypten (Tut), der Isle of Skye und vielen anderen Orten beweisen. Seine „palpable physical presence“, wie Philippe Garner es ausdrückt, ist nicht nur an ihm, sondern auch in seinen Bildern zu spüren. Porträts weiterer Ikonen wie Steve Jobs, Keith Richards, David Bowie, Kate Moss, Jack Nicholson und Uma Thurman erwarten den werten Leser, die einen kaleidoskopischen Überblick über Watsons Werk und die unglaubliche Vielfalt an Motiven, Objekten, Menschen und Orten, die seinen Weg prägten, schätzen. KAOS zeigt Watsons Schaffen über einen Zeitraum von über 50 Jahren und enthüllt sein kreatives Handwerk auch in vielen Details. So sind etwa auch Elvis’ goldener Anzug, Schimpansen oder eine Straßenszene in China zu sehen. David Bowie ist gleich öfter zu sehen, Jay-Z, Kate Moss, Jennifer Lopez, Pamela Anderson, Mick Jagger, Jack Nicholson, Steve Jobs und Andy Warhol u. v. a. m.
Zahlreiche persönliche Zitate von Albert Watson und Dutzende bislang unveröffentlichte Polaroids aus seinem Privatarchiv ergänzen dieses monumentale Werk in höchster Qualität. Seinen Durchbruch hatte Watson 1973 mit einem Bild, das er noch immer für das wichtigste seiner Karriere hält: Alfred Hitchcock mit einer gerupften (Weihnachts-)Gans. Frohe Weihnachten!
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