Sir Peter Ustinov: Achtung! Vorurteile

Über Vorurteile

Eines stellt Sir Peter Ustinov gleich zu Beginn klar: Ein Freund von Georg W. Bush und seiner Machtpolitik ist er nicht. "Ich frage mich, wie schläft eigentlich ein Georg W. Bush? Wie schläft ein solcher Mann bei dem Gedanken, dass diese Kinder [Kinder, die bei den Bombardements auf Bagdad umkamen] ohne seine Befehle noch leben würden. Schreckt er auf, quälen ihn Albträume? Oder ist sein christliches Gewissen derart Show, dass er diese Gedanken gar nicht kennt? Ich vermute es." (s. 18f). Auch wenn Ustinov in seinen zahlreichen Geschichten immer wieder zu einem Seitenhieb gegen Bush ausholt, hat er auch Heitereres zu bieten.

Heiter ist dabei weniger das Thema, als viel mehr Ustinovs Art darüber zu schreiben. Er stellt nicht den Anspruch, möglichst differenziert die Rolle des Vorurteils in der Gesellschaft zu analysieren. Hierfür existieren bereits an drei europäischen Universitäten Stiftungslehrstühle (Durham, Budapest und Wien), die dank der Initiative von Ustinov geschaffen wurden. In seinem vorliegenden Werk lässt er seinen Gedanken freien Lauf. Den Zwiespalt, den das Thema Vorurteile birgt, bringt Ustinov gleich selber auf den Punkt: "Über kleine Gaunereien und Kavaliersdelikte, die auf das Konto des Vorurteils gehen, amüsiere ich mich. Über die Kapitalverbrechen, die es anrichtet, schreibe ich in einem anderen Ton. Diesen Perspektivenwechsel, der nicht nur einer in meinem Kopf, sondern auch in meinem Gemüt ist, möchte ich von Anfang an markieren: Das grösste Verbrechen des Vorurteils ist Auschwitz." (s. 22). Hierin findet sich auch die Antwort auf die Frage, weshalb Ustinov erstmals auf Deutsch schreibt.

So erzählt Ustinov - mit Witz, wo immer angebracht - von Begegnungen mit Prominenten wie Michail Gorbatschow, Charlie Chaplin, Georges Simenon, Indira Gandhi oder Jimmy Carter, macht sich seine Gedanken über des Deutschen Humorlosigkeit, des Japaners Höflichkeit und des Schweizers Langsamkeit und fragt sich, ob Reisen tatsächlich bildet, was Segeln und Religionen gemein haben und wie man ein Kamel durchs Nadelöhr bringt. Dies und anderes greift Ustinov in den gut 100 Anekdoten, Geschichten und Essays auf. Dann und wann flechtet er das eigentliche Thema vielleicht etwas gar gewollt ein, doch das verzeihen wir ihm gerne, denn Langeweile kommt bestimmt nicht auf.

Achtung! Vorurteile
Achtung! Vorurteile
286 Seiten, gebunden
EAN 978-3455094107

Symbole für ein vereintes Europa

Diese Edition enthält die vier Filme "Rot", "Weiß", "Blau" und "Die zwei Leben der Veronika" des polnischen Regisseurs Krzysztof Kieślowski. Grosse europäische Filmkunst.

Drei Farben Edition

Kafkas Schlaflosigkeit als Bedingung seiner literarischen Arbeit

"Kafka träumt" zeigt, wie wichtig Träume für das literarische Schaffen des Schriftstellers waren.

Kafka träumt

Wege zu Caspar David Friedrich

Rathgeb begibt sich in einer behutsamen Annäherung auf Spurensuche, um den Lesern zu einem besseren Verständnis des Künstlers zu verhelfen.

Maler Friedrich

Leibfreundlichkeit

Ein Zeugnis für die christliche Anthropologie und ein sanftmütiges Plädoyer für Leibfreundlichkeit.

Theologie des Leibes in einer Stunde

Sich vergessen

Das kleine Büchlein mit einer sommerlichen Lyrik-Sammlung versammelt die Elite der deutschen Lyrik.

Sommergedichte

Liebesbeziehungen heute

West analysiert eine Vielzahl von Problemen, die mit der sog. sexuellen Revolution verbunden sind und empfiehlt eine Neubesinnung auf Ehe, Familie und das christliche Menschenbild.

Von der Finsternis des Leibes