Kriminalroman als Predigt
"Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen, und die Alten sollst du ehren." 3. Mose 19, 32.
Als Pfarrer Achim Kuhn anlässlich einer Lesung dem überraschten Publikum erklärte, ein Kriminalroman habe meist einen hohen theologischen Gehalt, weil er Themen wie Schuld, Strafe, Busse oder Versöhnung treffend und unmittelbar aufgreife und sei deshalb eine besonders wirkungsvolle Form der Predigt, mag manchem Zuhörer neu bewusst geworden sein, welchen Kernauftrag die Landeskirche eigentlich zu erfüllen hätte: Thematisieren, wo andere wegsehen, beim Namen nennen, wenn lieber geschwiegen wird, das irdische Alltagsleben ins Zentrum stellen und Perspektiven im Diesseits aufzeigen statt ausschliesslich auf den Himmel warten.
Als biblischer Input für seine literarische Predigt diente Kuhn einerseits vielleicht obiger Bibelvers, andererseits konnte er auf seine persönlichen Erfahrungen zurückgreifen, die er als Gemeindehirte in seiner facettenreichen Tätigkeit mit jugendlichen und betagten Menschen täglich sammelt. Der Konflikt der Generationen, der sich nicht immer transparent und plakativ, sondern häufig leise und subtil hinter den Kulissen abspielt, hat ihn zu einer atemberaubenden Kriminalgeschichte, die raffiniert Realität mit Fiktion mischt, inspiriert:
Der ehemalige Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes, Dr. Ernst Wolf, stirbt unerwartet. In seinem Briefkasten findet sich eine merkwürdige Nachricht: "R.I.P. - requiescat in pace." Und darunter: "Er wollte sterben." Hauptkommissar Imboden und seine aufmüpfige Truppe der Kriminalpolizei Zürich sind gefordert. Die Ermittlungen führen zunächst zu drei Verdächtigen, darunter eine ominöse Gruppe namens "Die Grünen Löwen", die für den Tod von Dr. Ernst Wolf die Verantwortung übernimmt. Ihr Mordbekenntnis untermauert sie ideologisch, indem sie gekonnt mit den schwelenden Spannungen zwischen Jung und Alt spielt: Sie will den Umbau der Gesellschaft, will die mittlere Generation entlasten - und dies auf Kosten der alten Menschen. Haben die "Grünen Löwen" den Mord tatsächlich begangen, oder nutzen sie ihn lediglich für ihre Zwecke?
Achim Kuhn, 1963, geboren in Stuttgart, studierte Theologie in Tübingen, Wuppertal, Zürich und am Internationalen Institut des Ökumenischen Rates der Kirchen in Genf. Seit 1991 ist er evangelisch-reformierter Pfarrer in der Schweiz. Aus Interesse am Journalismus erwarb er auf diesem Gebiet verschiedene Qualifikationen; 2001 schloss er eine Zusatzausbildung als PR- und Kommunikationsberater ab.
Die Idee, die Predigt in einen Kriminalroman zu verpacken, gefällt. Vor allem wohl deshalb, weil der Autor an keiner Stelle moralisierend oder lehrerhaft den Zeigefinger hebt. Trotz der feinfühlig integrierten Gesellschaftskritik ist das Buch in erster Linie packender Krimi und bietet auf gut zweihundert Seiten echten Lesespass.
Das badische „Klösterreich“
Das „Badische Klosterbuch“ wird wegweisende, bleibende Bedeutung haben als Standardwerk regionaler Kirchengeschichte.
Badisches KlosterbuchKants Autonomieverständnis – postmodern gedeutet
Der Fundamentaltheologe Striet legt ein eminent philosophisches Buch vor, an dessen Thesen, Reflexionen und Standpunkten man sich in gutem Sinne reiben kann.
Unausweichliche AutonomieWenn Theologen der Gottesfrage ausweichen
In seinem Buch über den christlichen Glauben in der heutigen Zeit geht Reinhard Marx verbal aufs Ganze, aber substanziell bleiben wesentliche Fragen unberührt.
KultBischof Godehard von Hildesheim und seine Zeit
Dieses Buch verdient es, mit Sorgfalt studiert zu werden, auch wenn jegliche Aktualisierungen durchaus kritisch reflektiert werden können und dürfen.
Bischof Godehard von Hildesheim (1022–1038)Andechser Pracht und Herrlichkeit
Das Kloster Andechs gilt als bedeutendster Wallfahrtsort und „Zentrum bayerischer Frömmigkeit und Kultur“. Dieser prächtig illustrierte Kunstreiseführer ist ihm gewidmet.
Wallfahrtskirche AndechsDas katholische Paralleluniversum
Die Thesen und Einschätzungen der Autoren in diesem Aufsatzband bergen Diskussionsstoff und setzen ein deutliches Fragezeichen hinter den Synodalen Weg.
An den Früchten erkennt man den Baum