Gruppenunterricht in der Praxis
Gudjons ermutigt Lehrer, Gruppenarbeit systematisch in den Unterricht einzubauen.
Handbuch GruppenunterrichtDer Baustoff Holz richtig eingesetzt
Holz im Aussenbereich einzusetzten, bedarf besonderer Sorgfalt, denn Bewitterung oder Erdkontakt stellen hohe Belastungen für diesen Baustoff dar. Klaus Erler hat ein übersichtliches Handbuch verfasst, das die zu bedenkenden Aspekte aufzeigt.
Holz im AussenbereichÜber Vorurteile
Eines stellt Sir Peter Ustinov gleich zu Beginn klar: Ein Freund von Georg W. Bush und seiner Machtpolitik ist er nicht. "Ich frage mich, wie schläft eigentlich ein Georg W. Bush? Wie schläft ein solcher Mann bei dem Gedanken, dass diese Kinder [Kinder, die bei den Bombardements auf Bagdad umkamen] ohne seine Befehle noch leben würden. Schreckt er auf, quälen ihn Albträume? Oder ist sein christliches Gewissen derart Show, dass er diese Gedanken gar nicht kennt? Ich vermute es." (s. 18f). Auch wenn Ustinov in seinen zahlreichen Geschichten immer wieder zu einem Seitenhieb gegen Bush ausholt, hat er auch Heitereres zu bieten. Heiter ist dabei weniger das Thema, als viel mehr Ustinovs Art darüber zu schreiben. Er stellt nicht den Anspruch, möglichst differenziert die Rolle des Vorurteils in der Gesellschaft zu analysieren. Hierfür existieren bereits an drei europäischen Universitäten Stiftungslehrstühle (Durham, Budapest und Wien), die dank der Initiative von Ustinov geschaffen wurden. In seinem vorliegenden Werk lässt er seinen Gedanken freien Lauf. Den Zwiespalt, den das Thema Vorurteile birgt, bringt Ustinov gleich selber auf den Punkt: "Über kleine Gaunereien und Kavaliersdelikte, die auf das Konto des Vorurteils gehen, amüsiere ich mich. Über die Kapitalverbrechen, die es anrichtet, schreibe ich in einem anderen Ton. Diesen Perspektivenwechsel, der nicht nur einer in meinem Kopf, sondern auch in meinem Gemüt ist, möchte ich von Anfang an markieren: Das grösste Verbrechen des Vorurteils ist Auschwitz." (s. 22). Hierin findet sich auch die Antwort auf die Frage, weshalb Ustinov erstmals auf Deutsch schreibt. So erzählt Ustinov - mit Witz, wo immer angebracht - von Begegnungen mit Prominenten wie Michail Gorbatschow, Charlie Chaplin, Georges Simenon, Indira Gandhi oder Jimmy Carter, macht sich seine Gedanken über des Deutschen Humorlosigkeit, des Japaners Höflichkeit und des Schweizers Langsamkeit und fragt sich, ob Reisen tatsächlich bildet, was Segeln und Religionen gemein haben und wie man ein Kamel durchs Nadelöhr bringt. Dies und anderes greift Ustinov in den gut 100 Anekdoten, Geschichten und Essays auf. Dann und wann flechtet er das eigentliche Thema vielleicht etwas gar gewollt ein, doch das verzeihen wir ihm gerne, denn Langeweile kommt bestimmt nicht auf.
Achtung! VorurteileÄgypten für Individualtouristen
Wenige Bilder, dafür viele Informationen über lohnenswerte Entdeckungen auch jenseits der üblichen Touristenpfade in Ägypten.
ÄgyptenHenry Dunant
1859 reiste Henry Dunant, der schweizerische Philantroph, nach Oberitalien, um den verwundeten Soldaten in der Schlacht von Solferino zu helfen. Er praktizierte die Grundsätze seiner späteren Institution: "Verwundete hören auf, Feinde zu sein, sind einfach wieder Menschen, haben Recht auf Hilfe, ihre Nachrichten sollen den Angehörigen übermittelt werden." Sein Erlebnisbericht "Un souvenir de Solférino" (1862) erregte grosse Aufmerksamkeit. Auf Dunants Anregung wurde 1863 das Internationale Rote Kreuz gegründet und 1864 das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und die Genfer Konvention beschlossen. 1901 wurde Henry Dunant der erste Friedensnobelpreis - zusammen mit dem Pazifisten Frédéric Passy - verliehen. Von der ihm zustehenden Hälfte der Preissumme in der Höhe von 104'000 Franken sah Dunant jedoch nie etwas. Bis zu seinem Tod 1910 war der Gründer des Roten Kreuzes hoch verschuldet und musste zeitweise sogar an Hunger leiden. Ursprung dieser kaum bekannten Tragödie war ein Urteilsspruch des Genfer Handelsgerichtes von 1868: Dunant habe mit undurchsichtigen Geschäften absichtlich seine Geschäftspartner betrogen. Infolgedessen wurde Dunant, der stets seine Unschuld beteuerte, aus seinem eigenen Werk ausgeschlossen und sein erbittertster Widersacher, Gustave Moynier, bekam willkommenes Material gegen Dunant in die Hand. Gustave Moynier, der Dunants Ideen in seiner Gemeinnützigen Gesellschaft von Genf aufgenommen hatte, hatte ursprünglich nicht unwesentlich zur Entstehung des Roten Kreuzes beigetragen. Später wäre ihm am liebsten gewesen, wenn Dunant einfach vergessen gegangen wäre und er selbst als Gründer gefeiert worden wäre. Doch so weit liess es Dunant nicht kommen. Er sorgte nicht nur dafür, dass sein Name mit dem Roten Kreuz verbunden blieb, sondern entwickelte auch neue Visionen. So zum Beispiel die Idee eines "Grünen Kreuzes", das die Gleichberechtigung der Frau fördern soll. Seiner Zeit etwas zu weit voraus, ging Dunant Kompromisse ein, damit wenigstens Ansätze umgesetzt werden konnten. Das trifft auch auf das Rote Kreuz zu: Dunants eigentliches Ziel war nicht eine Humanisierung des Krieges, die das Rote Kreuz ohne Zweifel mit sich brachte und bringt, sondern schlicht und einfach eine Welt ohne Krieg. Eveline Hasler zeichnet kein verklärtes Bild eines bewundernswerten Visionärs, sondern zeigt auch die menschliche Seite auf, wo Verbitterung, Selbstmitleid und Eitelkeit dazugehören. Eine bewegende Biografie über ein bewegendes Schicksal.
Der Zeitreisende - Die Visionen des Henry DunantPolitische Karikaturen und ihre Schöpfer
Politische Karikaturen sind ein fester Bestandteil der täglichen publizistischen Berichterstattung. Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit rückt vor allem den Beruf des Karikaturisten ins Blickfeld.
Die politische KarikaturDie Bildung und Entwicklung von Identität und Selbstwert
Verena Kast über Bildung und Entwicklung von Identität und Selbstwert.
Trotz allem IchDie Selbstverständlichkeit alter Traditionen
Dies ist die Geschichte von Sofia, einem Zigeunermädchen, das von ihren Eltern durch unglückliche Umstände in einem Dorf mitten in Nicaragua vergessen ging. Die innere Suche nach der Mutter beginnt. Mehrere Personen nehmen sich ihrer an, von denen ein Teil in Magie und Heilkunde gemäss der alten Tradition kundig ist. Schnell wird ihnen klar, dass dieses Kind ein schweres Schicksal, man könnte fast sagen Trauma, in sich trägt. Don Ramón nimmt sie auf wie sein eigenes Kind. Von ihm wird sie später die Hacienda übernehmen. Sofia wird zu einer starken, eigenwilligen Frau. Bei der Heirat mit René zeigt sich dem ganzen Dorf diese Eigenwilligkeit und Stärke, was von nun an im Dorf zu Unruhe führt. Die Dorfbevölkerung spaltet sich. Die eine Seite orientiert sich an der katholischen Kirche und lebt den Machismo, die andere Seite beruft sich auf die alten Weisheiten des Ursprungs. Diese Spaltung spiegelt sich auch in der Ehe von Sofia und René wider. Schnell wird Sofia klar, dass sie nicht länger ihr Dasein unter dem patriarchalischen Mann fristen und schon gar nicht ein Kind mit ihm haben kann. So flieht sie in die Nacht hinaus, das Schicksal meint es gut mit ihr, Don Ramón stirbt in derselben Nacht, sie wird zur Herrin der Hacienda zusammen mit dem homosexuellen Neffen von Don Ramón und erreicht die Scheidung von René. Mit der neu gewonnenen Freiheit blüht sie mit der Hacienda auf. Doch ihr Trauma ist nach wie vor präsent. Aus der unbeständigen Liebschaft mit dem Rechtsanwalt, der ihr bei der Scheidung geholfen hatte, kriegt sie eine Tochter. Ihre Feinde versuchen immer wieder, ihr das Leben schwer zu machen, doch ihre starken Freunde unterstützen sie bei ihrem Werdegang, auch mit Hilfe magischer Rituale. Eines Tages passiert etwas mit Sofias Tochter und es scheint, ihre eigene Geschichte würde sich an der eigenen Tochter wiederholen. Doch die Tochter hat eine Schlüsselstellung in der Auflösung von Sofias Trauma inne... Gioconda Belli lässt den Leser an den Emotionen teilhaben und hat mit diesem Buch einen Roman ganz nach der Tradition der südamerikanischen Literatur verfasst, wo Schamanismus, moderne Psychologie und Magie keine Antagonismen sind, sondern Hand in Hand gehen. Die alte Tradition ist dabei kein überholtes Relikt sondern eine hilfreiche Selbstverständlichkeit im gesellschaftlichen Alltag.
Tochter des VulkansDie Traditionelle Chinesische Medizin TCM
Grundinformationen über die Traditionelle Chinesische Medizin.
Die Heilkunst der ChinesenGanz viel zu lesen!
Das "Harenberg Buch der 1000 Bücher" stellt 1000 bedeutende Bücher vor. Bei einer solchen Sammlung bzw. einem solchen Anspruch stellt sich als erstes die Frage nach den Auswahlkriterien. Wie den Benutzerhinweisen zu entnehmen ist, war das Hauptkriterium die Geschichte und Wirkung des einzelnen Werks und nicht die Bedeutung des Autors. "Das Buch der 1000 Bücher" enthalte somit Werke, "die die Welt bewegten und selbst zu Geschichte geworden sind." Eine solche Vorgabe reizt natürlich, das Buch nach Lücken zu durchforsten und fehlende Werke dem Herausgeber vorwurfsvoll unter die Nase zu reiben. Dieses wenig konstruktive Unterfangen führt zwangsläufig zum Schluss, dass ein Buch der 10'000 Bücher hätte gemacht werden müssen. Stattdessen sollte man sich lieber über das Vorhandene freuen: Zu finden sind sowohl Romane, Novellen, Lyriksammlungen, Kinderbuchklassiker, Sachbücher, Reiseberichte, Monografien als auch die grossen anonymen Werke der Kulturgeschichte wie Bibel, Talmud, Koran, Edda, Nibelungenlied und das Gilgamesch-Epos. Jeder Artikel gibt zunächst Auskunft über den Autor, ordnet ihn in die Literatur- oder Kulturgeschichte ein und informiert über seine Herkunft, Ausbildung und wichtigsten Leistungen. Anschliessend wird sein bedeutendstes Werk vorgestellt. Einzelne Autoren sind mit mehreren Werken vertreten. In den Werkartikeln erfolgt als erstes eine Einschätzung des Buches, dann folgen Abschnitte über Entstehung, Inhalt, Struktur und Wirkung. Bilder (Autorenportraits, Coverabbildungen, Bilder aus Verfilmungen) lockern das Ganze auf. In den Randspalten kann man kurze Auszüge aus dem Werk, Autorenzitate oder Äusserungen Dritter lesen. Das "Harenberg Buch der 1000 Bücher" lädt zum Blättern und Lesen ein. Die kurzen Artikel liefern interessante Hintergrundinformationen und zeigen Zusammenhänge zwischen Werk und Leben des Autors auf. Nützlich sind auch die in Textfeldern wiedergegeben Spezialinformationen zu Fachbegriffen und anderen Werken der Autoren.
Harenberg - Das Buch der 1000 BücherDie Geschichte aller Staaten
Wenn man sich über die Geschichte eines einzelnen Landes informieren will, ist man mit gewöhnlichen Geschichtsbüchern meist mit dem Problem konfrontiert, dass die Geschichte des Landes nicht zusammenhängend dargestellt ist, weil mehr Wert auf die internationalen Zusammenhänge gelegt wird. Ein allgemeines Lexikon oder eine Enzyklopädie ist aber bei kleineren oder weniger bekannten Ländern zu wenig detailliert. Hier bieten Staatenlexika Abhilfe. Das Harenberg Staatenlexikon ist aufgrund seines Umfangs konkurrenzlos. Auf fast tausend Seiten wird die Geschichte sämtlicher Länder des 20.Jahrhunderts relativ ausführlich dargestellt. Jedem Staat werden mindestens zwei Seiten gewidmet. Das Land Tuvalu mit rund 10'000 Einwohnern hat seinen Platz neben China mit über einer Milliarde Einwohnern. Die Artikel sind einheitlich aufgebaut: Eine sogenannte Länderrolle informiert über Strukturdaten wie Einwohnerzahl, Hauptstadt, Sprachen und Währung und eine Chronologie der wichtigsten Ereignisse und Übersichten zu den Staatsoberhäuptern und politischen Parteien geben einen Überblick über Geschichte und Politik. Hinzu kommen Glossare, Themenkästen und Textdokumente. Im Haupttext folgt die Darstellung der historischen Entwicklung der Länder, jeweils beginnend mit einem kurzen Rückblick in das 19. Jahrhundert. Das Werk ist reich bebildert. Für einen Einstieg in die Geschichte einzelner Länder eignet sich das Harenberg Staatenlexikon sehr gut. Kennt man aber die Geschichte eines Landes bereits, fallen gewisse Ungenauigkeiten auf, die zu Fehlschlüssen führen können. Das Werk ersetzt deshalb nicht tiefergehende Studien. Aber das ist ja auch nicht sein Ziel.
Harenberg StaatenlexikonTheorien kurz erklärt
Theorien helfen, komplexe und vielfältige Informationen zu strukturieren. Sie geben gewissermassen einen Raster vor, nach dem bestimmte Dinge verstanden, erklärt und möglicherweise prognostiziert werden können. Dabei ist es keineswegs so, dass eine Theorie einen objektiven Blick eröffnet. Theorien liegen für gewöhnlich Weltanschauungen zu Grunde, die durchaus streitbar sind. Theorien zu den internationalen Beziehungen versuchen beispielsweise folgende Fragen zu beantworten: Wie kommt es zu einem Rüstungswettlauf? Wann sind Vertragsverhandlungen von einem Erfolg gekrönt und wann scheitern sie? Sind Demokratien friedlicher? Verhindern Verträge Kriege? Wie liessen sich scheinbar unlösbare Konflikte beilegen? Xuewu Gu legt mit diesem Werk eine sehr empfehlenswerte Einführung in die wichtigsten Theorien der internationalen Beziehungen vor. Auf 150 Seiten erklärt er die verschiedenen Ansätze der einzelnen Theorien, deren Anwendungsbereich, ihre Stärken und Schwächen und er grenzt sie voneinander ab. Der logische Aufbau und die klare Sprache lassen ein gutes pädagogisches Gespür des Autors erkennen. In einem ersten Teil macht Gu allgemeine Ausführungen über Theorien und die geschichtliche Entwicklung der Theorien der internationalen Beziehungen. Hier stellt er auch sein Konzept der Kategorisierung der einzelnen Theorien vor, gemäss der er im zweiten Teil die Theorien dann vorstellt. Er ordnet sie folgendermassen ein: Pessimistische Ansätze: Diese Ansätze sind dadurch gekennzeichnet, dass sie grundsätzlich davon ausgehen, dass die Anarchie des internationalen Staatensystems nicht überwindbar und der Staat zuletzt auf Selbsthilfe angewiesen ist, wenn er im Kampf zwischen den Staaten um internationale Macht überleben möchte. Optimistische Ansätze: Diese Ansätze gehen davon aus, dass die Anarchie des internationalen Staatensystems überwunden werden kann und internationale Kooperation den einzelnen Staaten mehr Sicherheit bringt als nationale Selbsthilfe. Neutral: Diese Ansätze nehmen sich eher naturwissenschaftliche Herangehensweisen zum Vorbild. Hier steht weniger die Überwindung der internationalen Anarchie im Zentrum, als das Verhalten einzelner Akteure in bestimmten Situationen. Diese Einteilung besticht durch seine Einfachheit und die gute Abgrenzung der Theoriengruppen untereinander. So lassen sich die Theorien gedanklich ordnen. Aufgrund des zurückhaltenden Umfangs und des pädagogischen Werts hat dieses Werk die Bezeichnung "Einführung" im positiven Sinne verdient. Sie ist für jeden Einsteiger und jeden, der seine Kenntnisse auffrischen will, zu empfehlen.
Theorien der internationalen BeziehungenKonfrontationstherapie für Leo
Eine Konfrontationstherapie für die vom Leben enttäuschte, aus Verbitterung zum Zynismus neigende, einsame und von einem zutiefst pessimistischen Weltbild geprägte Leo.
Tief im NetzItalien in Fotografien
Dieser opulente Bildband versammelt 250 Fotografien aus Italien, die seit 1943 entstanden sind, und in Texten verschiedener Autoren wird über Italiens politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen reflektiert. Das Visuelle steht aber klar im Mittelpunkt. Neben Stadt-, Dorfszenen, Fotografien von Sportveranstaltungen und Strandbildern sind Bilder zum Beispiel aus Irrenanstalten und von einschneidenden Ereignissen wie der Seveso-Katastrophe und den Demonstrationen gegen den G8-Gipfel in Genua zu finden. Im Zentrum steht fast immer die Zivilisation, reine Naturbilder sind kaum vertreten. Das Werk ist in drei Teile gegliedert: Der erste Teil stellt eine Chronologie in Fotografien dar. Beginnend mit der Landung der Amerikaner in Sizilien 1943 und endend mit einem Bild der Küste Kalabriens, von dort, wo die Brücke über die Meerenge von Messina geplant ist. Der zweite Teil ist textreicher und setzt sich mit der Verwendung von Bildern in der italienischen Kultur über die Zeit auseinander. Im abschliessenden Teil werden Fotografien zu verschiedenen Themen von je zehn italienischen und zehn ausländischen Fotografen gegenübergestellt. Der gelungene Bildband wird all jene begeistern, die Italien lieben, wie es ist und das Land zu gut kennen, um es nur mit verklärtem Blick zu sehen.
ItaliaEine Quelle zur Auslegung des Völkerrechts
Die dritte Ausgabe des World Court Digest beinhaltet die Entscheidungen des Internationalen Gerichtshofes in der Periode von 1996-2000. Sie schliesst damit direkt an die erste (1986-1990) und die zweite Ausgabe (1991-1995) an. Obwohl es heute selbstverständlich ist, sämtliche Entscheidungen des Internationalen Gerichtshofs online abrufen zu können (www.icj-cij.org), hat das Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht (www.virtual-institute.de) entschieden, eine dritte Ausgabe zu veröffentlichen. Diese Entscheidung, die übrigens schon bei der zweiten Ausgabe getroffen werden musste, ist erfreulich, denn ein wesentlicher Vorteil der gedruckten Ausgabe, neben dem, dass ein Buch griffbereiter ist als eine Online-Datenbank, ist die praktischere Handhabungsmöglichkeit dank der systematischen Aufbereitung: Über das ausführliche Inhaltsverzeichnis oder den Index kann man relevante Entscheidungen zu bestimmten Themen finden. Ebenfalls aufgeführt sind separate opinions zu wesentlichen Punkten einer Entscheidung. Angesichts der Tatsache, dass Entscheidungen des Internationalen Gerichtshofes eine wichtige Quelle bei der Auslegung des Völkerrechts sind, ist eine gedruckte Ausgabe sinnvoll und begrüssenswert. Diese Praxis sollte auch in Zukunft beibehalten werden.
World Court DigestDie Vereinten Nationen heute und morgen
Welchen Herausforderungen sieht sich die UNO zu Beginn des 21. Jahrhunderts gegenüber?
Praxishandbuch UNOÖfter mal eine Pause
Ernest L. Rossi, Schüler und später Mitarbeiter des bekannten Psychotherapeuten Milton H. Erickson, legt in diesem Buch bahnbrechende wissenschaftliche Erkenntnisse offen: Alle Menschen durchlaufen einen ultradianen (= mehrmals täglichen) Rhythmus, der sich aus 90 bis 120 Minuten der Aktivität mit einer 15 bis 20minütigen Phase der Ruhe zusammensetzt. Vor ein paar Jahren noch hatte die Wissenschaft diesen Ruhe-Aktivitäts-Zyklus nur auf die Schlaf-, Traumphase bezogen, da er hier besonders auffällig ist (REM-Phasen). Heute weiss man, dass dieser Rhythmus auch im Wachzustand abläuft und dass er von grundlegender Bedeutung für unser Wohlbefinden, unsere Gesundheit und unsere Leistungsfähigkeit ist. Diese ultradianen Rhythmen werden als Kommunikationsmuster zwischen Körper und Seele gesehen, denn die Ausschüttung von Botenmolekülen (sie steuern unsere seelisch-körperlichen Aktivitäten) unterliegt ebenfalls diesen Rhythmen. So "will" der Körper innerhalb von 90 bis 120 Minuten eine 20minütige Phase der Regeneration durchlaufen (ultradiane Heilreaktion), dies ist eben an der Ausschüttung entsprechender Botenmoleküle erkennbar. Da wir aber mit unseren Aktivitäten ebenfalls Einfluss auf die Ausschüttung von Botenmolekülen nehmen, indem wir beispielsweise arbeiten, Sport treiben (Kortisol, Adrenalin) oder Schokolade essen (Insulin, Endorphin), können wir den natürlichen ultradianen Rhythmus übertünchen. Eine Missachtung des natürlichen Bedürfnisses, sich auszuruhen und neue Kraft zu schöpfen, um sich anschliessend wieder wohlzufühlen, führt zu Stress und Erschöpfung (ultradianes Stresssyndrom). Der Erschöpfungszustand ist nicht sofort erkennbar, da der Körper bei fortgesetzter Anstrengung Stresshormone ausschüttet und so Leistungssteigerungen ermöglicht. Mit der Zeit kommt es aber zu funktionalen Störungen (z.B. Konzentrationsschwäche) und der Mensch wird zunehmend reizbar, taktlos und überempfindlich (psychische Störungen) bis hin zu Depressionen. Ein weiterer Schritt sind dann körperliche Zeichen (Kopfweh, Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Störungen der Herztätigkeit, etc.). Da in der heutigen Gesellschaft das Bedürfnis sich auszuruhen, meist als ein Zeichen der Schwäche interpretiert wird, ignoriert die Mehrheit die inneren Signale und betreibt so Raubbau am eigenen Körper. Dabei wird übersehen, dass dauerhafte Leistungssteigerungen (wie sie ja heute gefordert werden) dann erbracht werden können, wenn der Seele-Körper-Einheit die Möglichkeit gegeben wird, Eindrücke zu verarbeiten und sich zu erholen. Das Rezept ist einfach: Innerhalb von 90 bis 120 Minuten eine 20minütige Pause des Nichtstun und Entspannen einlegen (es sich bequem machen, am besten sich hinlegen). Dem wird wohl manch ein Arbeitstätiger entgegenhalten, dass er an seinem Arbeitsplatz nicht so viele Pausen machen kann. Rossi bietet in diesem Fall Alternativen an, gibt aber gleichzeitig zu bedenken, dass solcher Arbeitsstress vielfach selbstproduziert ist und sich viele sehr wohl ab und zu eine 20minütige Pause leisten könnten. In dem Buch erklärt Rossi die wissenschaftlichen Grundlagen der ultradianen Rhythmen und zeigt, wie man den eigenen Rhythmus erkennen und wie man im Alltag (in der Arbeitswelt, Familie, im Sport, in der Schule) auf ihn eingehen kann und welche Zusammenhänge zu Fragen der Sexualität, Ernährung, Gewichtskontrolle und des Suchtverhaltens bestehen. Dieses Buch richtet sich an alle und nicht nur an solche, die kurz vor dem Kollaps stehen (wie das der deutsche Untertitel suggeriert). Es ist wünschenswert, dass mehr Menschen diese wissenschaftlichen Erkenntnisse kennen und umsetzen würden. Eine Folge wäre zum Beispiel ein entspannterer zwischenmenschlicher Umgang in der Gesellschaft. Es muss betont werden, dass es sich nicht um ein weiteres dieser etlichen Management-, Lebenshilfe-, Gesundheitskonzepte handelt, das Geheimnis besteht ganz einfach darin, ab und zu nichts zu tun, sich zu entspannen und den Körper baumeln zu lassen. Rossis Ratschläge sind einfach umzusetzen und zeigen grosse Wirkung!
20 Minuten Pause