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rezensionen.ch

Thomas Hummitzsch

Thomas Hummitzsch studierte Germanistische Linguistik, Politikwissenschaften, Soziologie und Geschichte in München, Berlin und Paris. Er ist Redakteur des Newsletters "Migration und Bevölkerung" und schreibt als freier Autor für verschiedene Literaturportale.

Eine Ehe auf Abwegen

Tim Bindings neuer Roman erzählt von einem gescheiterten Mordversuch und dessen fatalen Folgen. \"Cliffhanger\" ist dabei ebenso gemein wie komisch.

Cliffhanger

Echos aus dem Jenseits

Ein stiller Ort in der Einsamkeit der mexikanischen Steppe. Der Wind treibt den Sand durch die Straßen, die in der Mittagshitze flimmern. In diesem Ort wohnt das Grauen und es hat einen Namen: \"Pedro Páramo\".

Pedro Páramo

Wie ist ein Leben nach dem Gulag - wenn Humanität und Kultiviertheit unter den Eindrücken des Inhumanen ihre Relevanz verlieren - möglich, ohne einem ständigen Zweifel an der menschlichen Zivilisation anzuhängen? Dies ist die große Frage, die Warlam Schalamows "Erzählungen aus Kolyma" zugrunde liegt.

Durch den Schnee / Linkes Ufer

Bericht vom Ende der Welt

Kaum ein Winkel dieser Erde ist noch nicht von den Abenteurern des Individualtourismus erobert. Das norwegische Spitzbergen ist einer der wenigen Orte dieser Welt, die noch in ihrer Abgeschiedenheit ruhen. Während das Finanzzeitalter seinen eigenen Untergang eingeläutet hat, kann man auf Spitzbergen die konservierten Ruinen des Industriezeitalters besichtigen.

Ultima Thule - Eine Reise nach Spitzbergen

Heimsuchung

Ein ungarischer Minister trifft eine verhängnisvolle Entscheidung. Doch statt selbst Herr über das Schicksal seines Volkes zu werden, wird er zum Opfer des eigenen Schicksals. Sándor Márais Roman erzählt einfühlsam von den inneren Zerrissenheiten eines menschlichen Lebens.

Die Möwe

Jenseits aller Unschuld

Wie viel Verantwortung trägt der Einzelne, wenn alle Menschlichkeit verloren geht? Der Dramatiker Lukas Bärfuss rechnet in seinem Romandebüt "Hundert Tage" mit der Schweizer Entwicklungshilfe ab und hält dem wohlhabenden Westen den Spiegel vor.

Hundert Tage

Das Leiden der Davongekommenen

Wie soll man leben, wenn alles zusammenbricht? Wie kann man weitermachen, wenn jeder Halt verloren geht? Wie bleibt man Mensch, wenn Unmenschlichkeit die Macht ergreift? Orlando Figes beweist in seiner eindrucksvollen und faktenreichen Studie über das \"Leben in Stalins Russland\" die Ambivalenz des Menschlichen im Angesicht der individuellen Bedrohung.

Die Flüsterer

Ermittlungen nach Gefühl

Fred Vargas schreibt die spannendsten und faszinierendsten Krimis europa-, wenn nicht sogar weltweit. In ihrem neuen deutschsprachigen Krimi jagt ihr kongenialer Kommissar Adamsberg einen Serienmörder, der seinen Opfern \"Das Zeichen des Widders\" aufdrückt. Eine Reise in die Welt des Okkultismus, die zum Wettlauf mit der Zeit wird.

Das Zeichen des Widders

Comic sprengt Unterhaltungsgrenzen

Dem Amerikaner Jason Lutes gelingt es in seinem zweiten Berlin-Band, die Faszination des Untergangs der ersten deutschen Republik in all seinen Facetten darzustellen. Dabei kratzt er nicht nur an der historischen Oberfläche, sondern erforscht die Untiefen einer Gesellschaft am Abgrund.

Berlin

Der lange Weg nach Westen

Kaum ein Autor trifft den Ton des ost-west-deutschen Dialogs besser als Ingo Schulze. In seinem neuen Roman rückt er die Flucht aus der DDR in die Nähe einer Vertreibung aus dem Paradies und macht dabei deutlich, wie es heute um die deutsch-deutschen Verhältnisse steht.

Adam und Evelyn

Die Melancholie der Erinnerung

Der Band \"Ende der Sonntage\" beweist einmal mehr das einmalige Erzähltalent des wiederentdeckten Italieners Alberto Vigevani. Ihm gelingt es darin auf einmalige Weise, der Schönheit im Wahren das Wahrhaftige im Schönen folgen zu lassen - eine bittersüße Erfahrung.

Ende der Sonntage

Krieg aus der Retorte

Welche Existenz folgt dem Menschen und wie muss man sich \'Sein\' nach der menschlichen Zivilisation vorstellen. Mit seinem neuen Roman „Die Abschaffung der Arten“ schreckt der ehemalige FAZ-Feuilletonredakteur Dietmar Dath den faszinierten Leser mit seiner düsteren Zukunftsmusik.

Die Abschaffung der Arten

Vom Kriegstreiber zum Friedensfürsten

Die Weltkriege haben dem Europa des 20. Jahrhunderts ihren Stempel aufgedrückt. Verwunderlich, dass ein Kontinent nach solch massiven Gewaltausbrüchen in einen derart stabilen Frieden übergegangen ist, wie wir ihn derzeit erleben. Der amerikanische Historiker Jim Sheehan fragt nach dem Wie und Warum.

Kontinent der Gewalt

Das Würfelspiel des Daseins

"Anna Karenina" und "Krieg und Frieden" haben ihn weltberühmt und zur russischen Ikone gemacht - Leo Tolstoj. Nahezu sein ganzes Leben verbrachte er schreibend auf dem familieneigenen Gut in Westrussland, doch am Ende seines Lebens entfloh er der ländlichen Idylle. Doch Tolstoj stirbt auf dieser letzten Reise in den Süden.

Tolstojs letztes Jahr

Die dunkle Seite der Macht

Vom Fortbildungsstützpunkt zu einem der erfolgreichsten Söldnerunternehmen weltweit, das ist die Geschichte von "Blackwater". Der amerikanische Journalist Jeremy Scahill macht in seinem gleichnamigen Buch deutlich, welch fatale Wirkung Globalisierung und Liberalisierung zeitigen, wenn sie auf den staatlichen Hoheitsbereich der Sicherheit ausgeweitet werden.

Blackwater

Schwindelerregend gewöhnlich

Das Schweizer Wunderkind Catalin Dorian Florescu scheitert in seinem neuen Werk \"Zaira\" an den hohen Erwartungen und enttäuscht seine Leserschaft.

Zaira

Alle Macht geht vom Volke aus

Als die Truppen des Warschauer Paktes am 21. August 1968 in Prag einmarschieren, zeigte der Realsozialismus einmal mehr seine repressive Fratze. Josef Koudelkas Fotografien aus dem umkämpften Prag beweisen eindrucksvoll, dass der Sozialismus nicht im Stande war, Vernunft und Menschlichkeit der Prager Bürger zu zerstören.

Invasion Prag 1968