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Wiedersehen mit Amerika
R.W.B. McCormack
dtv, 2004
160 Seiten, broschiert
mit s/w-Abbildungen
ISBN 978-3423207416
McCormack, Ethnologe, hat eine Vorliebe für alles Abstruse, Groteske oder Aussergewöhnliche. Sein "Wiedersehen mit Amerika", so lautet der Untertitel seines Büchleins, besteht in einer Reise quer durch die USA, die ihn in 33 Kaffs und grosse Städte führt.
Als Forschungsprojekt kann seine Reise wohl nicht durchgehen, sind doch seine Beobachtungen etwas gar von Klischees geleitet. In Austin (Minnesota) geht es um das Dosenfleisch Spam, in Huntsville (Texas) befasst er sich mit den Haftanstalten für zum Tod verurteilte, in Denham Springs (Louisiana) begegnet er dem Ku-Klux-Klan und in San Francisco (Kalifornien) schreibt McCormack - wie könnte es anders sein? - über Schwule. Das kann amüsante Lektüre sein, aber mit der Zeit auch langweilen. Etwas subtilere Ansätze hätte man von einem "grossen Ethnologen", wie es auf dem Buchrücken heisst, erwarten dürfen.
McCormacks Werk reiht sich in die amerikakritische Literatur ein, die zur Zeit Hochkonjunktur hat. Sein Ansatz ist nicht politisch, wie bei Michael Moore, sondern beobachtend-satirisch, wobei der Humor von den Objekten seiner Beobachtung lebt, respektive von der Art, wie McCormack beobachtet.
Wer nächstens eine Reise in die USA unternimmt und die Menschen gerne wie Tiere im Zoo beobachtet, kann sich mit McCormacks Werk zu einer wohl durchaus vergnüglichen Reiseroute inspirieren lassen.
von Jan Rintelen
28.10.2004

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Bewundert und sofort übernommen wurden vor allem die türkischen Genussmittel. Allen voran der Kaffee, der 1683 nach der Niederlage des türkischen Heeres von den Wienern im verlassenen türkischen Heerlager gefunden [...] wurde. [...] Eindeutig türkischer Herkunft sind auch einige Musikinstrumente wie die Pauke und der von der Bundeswehr heute noch beim Großen Zapfenstreichen und bei der Begrüßung ausländischer Staatsgäste verwandte Schellenbaum. (Nach einer leider unbestätigten Meldung soll sich ein afrikanischer Staatsgast einmal statt vor der Fahne vor diesem mit Rossschweifen drapierten Schellenbaum verbeugt haben, weil er ihn für das deutsche Staatssymbol gehalten hat.) (S. 17 + 19)
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